Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Multi-Cloud: Das bringt sie für KMU

FOTONACHWEIS
© irinastrel123 - stock.adobe.com

„Cloud“ ist ein Sammelbegriff für das Auslagern von Daten, Anwendungen und IT-Infrastruktur an einen Dienstleister. So kann beispielsweise von jedem Endgerät mit der entsprechenden Autorisierung auf Informationen zugegriffen werden, die auf einem externen Server verwaltet werden. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Clouds: öffentliche, exklusive und hybride. Eine Public Cloud teilen sich mehrere Nutzer (privat oder geschäftlich), die in der Regel nichts voneinander mitbekommen. Public Cloud-Angebote sind günstig, aber eben nicht auf die Anforderungen Ihrer Firma hin maßgeschneidert. Private Clouds laufen über kundenexklusive Server. Der Auftraggeber entscheidet, wer auf seine Daten zugreifen darf. Der Anbieter verwaltet die Daten in seinen Rechenzentren. Die Hybrid Cloud kombiniert die Vorteile der beiden anderen Arten. Das Unternehmen kann jeweils entscheiden, welche Daten in welcher Weise abgelegt werden. Informationen, die öffentlich zugänglich sein sollen, kommen in die Public Cloud.

Die Multi-Cloud als Ordnungssystem

Eine Multi-Cloud hat nun die Aufgabe, unterschiedliche Cloud-Formen und -Services zu steuern und quasi alle Cloud-Operationen unter einem gemeinsamen Dach ablaufen zu lassen. Der parallele Betrieb von Cloud-Diensten ist selten reibungslos möglich. Um Probleme zu vermeiden setzen einige Firmen auf einen einzigen Anbieter. Da aber die Anforderungen in jedem Unternehmen anders sind, und ein einziger Anbieter die Möglichkeiten oft empfindlich einschränkt, sehen auch viele kleine Firmen die einzig sinnvolle Herangehensweise in der Multi-Cloud. Diese erlaubt die gleichzeitige Nutzung von Clouds unterschiedlicher Provider über eine einzige zentrale Oberfläche.

Vor- und Nachteile der Multi-Cloud

Zu den wichtigsten Vorzügen der Multi-Cloud gehört, dass sie mit etlichen Anbietern von OpenStack über Amazon AWS bis VMware, reibungslos arbeitet und diese integrieren kann. Sie sind frei in der Wahl eines Systems und vermeiden die Abhängigkeit von einem Anbieter (Vendor Lock-in). Sie können die jeweils für Sie idealen Clouddienste nutzen und dabei durch kurze Wege Latenzen beim Datenaustausch und Ausfallrisiken minimieren. Dank der Multi-Cloud können Sie schnell auf neue Anforderungen und technologische Entwicklungen reagieren und mehrere Services parallel nutzen.

Allerdings: Die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten erhöhen den personellen und zeitlichen Aufwand. Die Kosten-Nutzen-Rechnung wird komplizierter, da unterschiedliche Abrechnungsverfahren zum Tragen kommen. Auch die Datenschutz-Bestimmungen und Compliance-Regelungen können von Anbieter zu Anbieter variieren. Die Nutzung mehrerer Anbieter sorgt außerdem dafür, dass Sie weniger Skaleneffekte erzielen können. Und schließlich ist die Verwaltung von Zugriffsrechten in der Multi-Cloud kompliziert. Insgesamt ist also ein Multi-Cloud-Management mit höherem Aufwand und dementsprechend auch höheren Kosten verbunden. Um die richtige Entscheidung zu treffen, müssen Entscheider Pros und Contras sorgsam abwägen und die Anforderungen ihres Unternehmens in einer Bestandsaufnahme erfassen. Dabei gilt es, auch die künftigen Ziele und Herausforderungen des Unternehmens in den Blick zu nehmen. Schließlich ist eine Kalkulation des Zeit- und Kostenrahmens für Implementierung und Betrieb einer Multi-Cloud sinnvoll.

(Quelle: www.digitaler-mittelstand.de)