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Krankheitsbedingte Kündigung: Antworten auf die wichtigsten Fragen

FOTONACHWEIS
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Zunächst einmal und unabhängig von menschlichen Erwägungen: Krankheit schützt nicht vor Kündigung. Gemäß dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) können häufig fehlende Mitarbeiter aus „personenbezogenen Gründen“ gekündigt werden. Dafür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das Kündigungsschutzgesetz gilt übrigens nicht für Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Gegen eine krankheitsbedingte Kündigung kann ein Mitarbeiter innerhalb von drei Wochen klagen (§ 4 KSchG). Damit Ihre Kündigung vor Gericht bestand hat, müssen Sie nachweisen, dass

1.  durch die krankheitsbedingten Fehlzeiten des Mitarbeiters eine erhebliche Beeinträchtigung Ihrer betrieblichen Interessen entsteht. Dazu reicht aus, dass der betreffende Mitarbeiter mehr als sechs Wochen pro Jahr krankgeschrieben ist.

2.   die Gesundheitsprognose für den betreffenden Mitarbeiter negativ ist. Dafür reicht es in der Regel aus, auf eine längere krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit in der unmittelbaren Vergangenheit hinzuweisen. Hilfreich ist dabei auch die Wiedergabe der bekannten Krankheitsursachen. Ein Beinbruch beispielsweise liefert kein Indiz darauf, dass der Mitarbeiter auch in Zukunft häufig fehlen wird.

3.   eine „Verhältnismäßigkeitsprüfung“ vorgenommen worden ist. Ein Mitarbeiter, der seit 20 Jahren zum Betrieb gehört und nun im letzten Jahr sechs Wochen gefehlt hat, ist juristisch eher vor einer Kündigung geschützt. Auch hat der Chef zu prüfen, ob der häufig oder chronisch erkrankte Mitarbeiter an einer anderen Stelle des Unternehmens zufriedenstellend eingesetzt werden kann.

Was Sie außerdem wissen sollten: Eine Abmahnung ist für eine krankheitsbedingte Kündigung nicht erforderlich. Eine solche personenbezogene Kündigung hat aber stets ordentlich zu erfolgen. Das heißt: Sie haben sich als Unternehmer an die vertraglich geregelte Kündigungsfrist halten. Und: Alkohol- und Drogensucht gelten ebenfalls als Krankheiten, und zwar als solche mit einer in der Regel negativen Gesundheitsprognose.

(Quelle: www.impulse.de)