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Gute Programmierer: Was sie kosten und wo man sie findet

FOTONACHWEIS
© Julia Tim - stock.adobe.com

Zunächst müssen Sie sich klar machen, was genau Sie umsetzen oder dauerhaft betreuen wollen. Nicht jeder Programmierer kann alles. Eine Web-Entwicklerin muss keine Datenbankspezialistin sein, ein Online-Shop-Einrichter kein SEO-Spezialist. Als nächstes sollten Sie sich fragen, welchen Umfang die Tätigkeiten des Programmierers umfassen werden. Benötigen Sie einen festen Mitarbeiter oder reicht es, gelegentlich auf einen oder mehrere Freiberufler zurückzugreifen? Geht es um einmalige Umsetzungen oder stetige Tätigkeiten? Als Faustregel kann gelten: Wenn Sie über 10 Prozent Ihres Umsatzes über den Digitalauftritt erwirtschaften, kann ein festangestellter Programmierer bereits sinnvoll sein.

Was kosten Programmierer und wo finde ich sie?

Einer Untersuchung von honeypot.io zufolge liegt der Landesdurchschnitt bei erfahrenen Softwareentwicklern (ab acht Jahre Berufserfahrung) bei 63.200 Euro im Jahr. Bei Berufseinsteigern beträgt das Jahresgehalt laut der Jobbörse 44.700 Euro. Die Website Glassdoor nennt als typisches Gehalt für einen Frontend-Entwickler 52.000 Euro jährlich. Der Stundensatz für einen vergleichbaren Freelancer liegt bei 80 bis 100 Euro pro Stunde.

Da gute Entwickler begehrt sind, befinden sich nur wenige auf Jobsuche. Daher sind klassische Jobportale für die Suche wenig hilfreich. Erfolgversprechender sind Websites wie Talentwunder, 4Scotty oder Hello Talent, sowie Entwickler-Communitys wie Stack Overflow und GitHub. Auch die Unterstützung durch Personalvermittler kann auf der Suche nach der begehrten Ressource sinnvoll sein. Außerdem sollten Sie Ihre Mitarbeiter und befreundete Unternehmer mit einbeziehen: Möglicherweise kennt jemand den Entwickler, den Sie suchen. Beschreiben Sie bei einer Stellenausschreibung das Tätigkeits- und Arbeitsumfeld möglichst genau. Je weniger Fragen offen bleiben, desto besser. Achten Sie außerdem auf einen niedrigschwelligen Bewerbungsprozess, zum Beispiel durch einen Rückrufservice für Interessenten.

Das Vorstellungsgespräch

Wenn Sie selbst von IT wenig Ahnung haben, ist es sinnvoll IT-affine Mitarbeiter mit ins Gespräch zu nehmen. Diese können die richtigen Fragen stellen, Antworten einschätzen und den potentiellen Kollegen schon einmal ein wenig kennenlernen. Geben Sie dabei nicht zu viel auf langjährige Berufserfahrung. Eine Umfrage auf Stack Overflow zeigt: Solche Entwickler sind Mangelware. Interessanter für Ihre Firma ist ohnehin: Wie hoch ist die Qualität des Codings? Versteht der Entwickler, was ich von ihm will? Wirkt er zielstrebig und verlässlich? Kann ich mit ihm transparent kommunizieren? Verstehen zumindest meine Kollegen, was er sagt? Klären Sie auch frühzeitig, wie der Entwickler sich seine Arbeit bei Ihnen vorstellt. Welche Geräte und Betriebssysteme benötigt er? Wieviel Freiraum hält er für angemessen? Ist für ihn Homeoffice attraktiv? Wie stark wird er sich mit dem restlichen Team verbinden? Wie bildet er sich aktuell weiter? Ist er an Weiterbildungsmaßnahmen interessiert? Falls Sie den Aufbau oder Ausbau einer eigenen IT-Abteilung ins Auge fassen: Wie steht es um die Führungserfahrung des Bewerbers? Auch ohne Erfahrung: Kann er sich vorstellen, ein Team anzuleiten?

Ist Ihr Unternehmen für Programmierer attraktiv?

Einige Fragen aus dem Bewerbungsgespräch verraten nicht allein, ob der Bewerber für Ihr Unternehmen der Richtige ist, sondern auch, ob der Bewerber sich in Ihrem Unternehmen wohl fühlen wird: Stimmt das Arbeitsumfeld? Findet er hier die richtige Technik vor bzw. sind Sie bereit, sie ihm zu beschaffen? Bieten Sie gestalterische Freiräume und Möglichkeiten zur Weiterbildung? Da Programmierer heiß begehrt sind, sollten Sie einem Bewerber entgegen kommen und auch Zusatzleistungen in Aussicht stellen. Dazu gehört es vor allem, auf Wünsche wie Homeoffice-Tage oder späteren Arbeitsbeginn einzugehen.

(Quelle: www.impulse.de)