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GmbH-Geschäftsführer auf dem Prüfstand: Wo das Finanzamt ganz genau hinschaut

FOTONACHWEIS
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Einmal im Jahr wird die BBE-Gehaltsstrukturuntersuchung veröffentlicht. Darin finden sich vergleichbare Gehälter für Geschäftsführer von (Handwerks-)Betrieben. Das Finanzamt nutzt diese Untersuchung, um die „Angemessenheit“ Ihres Gehalts als Geschäftsführer einzuordnen. Stufen die Beamten Ihr Gehalt als zu hoch ein, gehen sie von einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) aus. Daraus folgt die Erhöhung des zu versteuernden Einkommens um das unangemessen hohe Gehalt. Außerdem müssen Sie als GmbH-Gesellschafter nun in Höhe dieser verdeckten Gewinnausschüttung statt Arbeitslohn Kapitalerträge versteuern. Als Faustregel gilt: Um noch angemessen zu sein, darf Ihr Geschäftsführergehalt zweieinhalb Mal so hoch sein, wie das Gehalt des Prokuristen. Ein höheres Gehalt werden Sie dem Finanzamt früher oder später plausibel machen müssen, oder eben eine höhere Steuerlast tragen.

Dürfen Geschäftsführer ihr Gehalt stunden?

Bei finanziellen Schwierigkeiten einer GmbH verzichten Geschäftsführer oft auf einen Teil Ihres Gehalts, um eine drohende Insolvenz abzuwehren. Leider stellt in den Augen des Finanzamtes auch das eine verdeckte Gewinnausschüttung dar. Ausnahme: Sie können einen konkreten Rechtfertigungsgrund für die Gehaltsstundung angeben. Dieser muss für das Finanzamt detailliert geschildert und um Nachweise für die Fremdüblichkeit der Stundung ergänzt werden. So können Sie beispielsweise darauf hinweisen, dass auch fremde Arbeitnehmer ihre Gehaltsansprüche gestundet haben, oder dass ohnehin je nach finanzieller Situation der GmbH regelmäßig Abschlagszahlungen geleistet werden. Hilfreich ist auch der Nachweis, dass vor der Stundung andere Möglichkeiten versucht worden sind, zum Beispiel eine Kreditaufnahme. Denkbar ist auch die schriftliche Formulierung eines Gehaltsverzichts mit Besserungsschein. Das bedeutet: Die GmbH muss das Gehalt erst dann auszahlen, wenn die finanziellen Mittel dafür wieder vorhanden sind. Bevor Sie eine neue Vereinbarung in Hinblick auf Ihre Vergütung als GmbH-Gesellschafter treffen, sollten Sie unbedingt Ihren Steuerberater kontaktieren.

(Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de)