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Resturlaub: Das bedeuten die neuen EU-Urteile

FOTONACHWEIS
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Zwei Fälle beschäftigten den Europäischen Gerichtshof: In dem einen hatte ein ehemaliger Rechtsreferendar des Landes Berlin entschieden, in den letzten fünf Monaten seines Referendariats keinen Urlaub zu nehmen. Stattdessen forderte er finanziellen Ausgleich und ging damit vor Gericht. Im anderen Fall stritt ein ehemaliger Angestellter der Max-Planck-Gesellschaft darum, den nicht genommenen Urlaub von zwei Jahren ausgezahlt zu bekommen.

Die Urteile sind für Arbeitgeber wie -nehmer von großer Bedeutung. Denn das höchste EU-Gericht hat entschieden, dass Urlaub nicht automatisch verfällt, wenn ihn der Arbeitnehmer nicht beantragt hat. Stattdessen steht der Arbeitgeber in der Pflicht: Laut Urteilsbegründung hat dieser den Angestellten eindeutig aufzuklären. Und er muss ihm ermöglichen, den Urlaub auch tatsächlich zu nehmen. Kann er beides nicht nachweisen, erlischt der Urlaubsanspruch auch nicht nach Ablauf des Kalenderjahres. Somit hat der Arbeitgeber nun aktiv dafür zu sorgen, dass seine Mitarbeiter den ihnen zustehenden Urlaub auch tatsächlich nehmen oder entsprechend entschädigt werden.