Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Ein halber Schritt nach vorne: Das neue Brückenteilzeit-Gesetz

FOTONACHWEIS
© bluedesign - fotolia.com

Gerade Frauen, die weitaus häufiger als Männer nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit arbeiten, kennen das Problem: Sie finden nicht mehr zurück in einen Vollzeitjob. Fast 80 Prozent der rund neun Millionen Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Da diese nur geringe Rentenansprüche erwirtschaften, droht vielen Altersarmut. Nach jahrelangem Ringen soll nun endlich per Gesetz Abhilfe geschaffen werden.

Die Gesetzesvorlage sieht vor, dass Beschäftigte die vereinbarte Arbeitszeit für ein bis fünf Jahre verringern und danach wieder zur vorherigen Arbeitszeit zurückkehren können. Ein Anrecht auf eine solche Teilzeitphase hat jeder Mitarbeiter, der bereits länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt ist und den Antrag mindestens drei Monate vor dem Beginn der Teilzeit stellt. Gründe müssen nicht angegeben werden.

Einschränkungen für kleinere Betriebe

Allerdings gilt das neue Gesetz in Betrieben mit mehr als 45 Mitarbeitern. Außerdem soll es für Unternehmen mit 46 bis 200 Beschäftigten eine Zumutbarkeitsgrenze geben: Der Chef muss nur einem von 15 Angestellten die Brückenteilzeit gewähren. Werden weitere Anträge gestellt, können diese abgelehnt werden. Allerdings muss der Unternehmer dem Arbeitgeber darlegen, welche betrieblichen Gründe gegen den Antrag sprechen.

In Deutschland arbeiten von den etwa 37 Millionen Beschäftigten knapp 15 Millionen in Unternehmen mit weniger als 46 Mitarbeitern. Sie profitieren mithin nicht von der neuen Gesetzgebung. Weitere zehn Millionen arbeiten in Unternehmen mit weniger als 201 Mitarbeitern und können den Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit nur mit den oben genannten Einschränkungen geltend machen. Entsprechend sehen Kritiker in dem Gesetz nur eine Teillösung für das Problem der „Teilzeitfalle“ und dem daraus resultierenden Risiko der Altersarmut.