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Staatliche Gesundheitsförderung: Darauf sollten Sie in Ihrer Firma achten

FOTONACHWEIS
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Der Krankenstand in deutschen Unternehmen ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Vor allem Rückenleiden, Skeletterkrankungen und psychische Probleme wie Burn Out führen zu Arbeitsausfällen. Immer mehr Betriebe setzten daher auf Prävention und bieten Programme zur Gesundheitsförderung an, indem sie ihren Mitarbeitern etwa Anti-Stress-Seminare, Rückenkurse oder eine Ernährungsberatung finanzieren. Diese Unterstützung hilft den Mitarbeitern, wertet das Image des Arbeitgebers auf und wird staatlich gefördert. 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr sind steuerfrei. Es gelten jedoch strenge Bedingungen hinsichtlich der Steuer- und Abgabenfreiheit.

Sorgfältige Dokumentation ist nötig

Sachleistungen oder Barzuschüsse werden vom Finanzamt schnell als steuerpflichtige Einkünfte veranschlagt. Um saftigen Nachzahlungen vorzubeugen, sollten Sie die Gesundheitsleistungen für sämtliche Mitarbeiter genau dokumentieren und alle dazugehörigen Belege wie z. B. Teilnahmebescheinigungen zusammen mit den Lohnunterlagen aufbewahren. Dabei ist zu beachten, dass nur solche Leistungen steuerlich begünstigt sind, die tatsächlich der Verbesserung und Förderung der Gesundheit dienen.

Darüber hinaus muss es sich um Leistungen handeln, die der Unternehmer seinen Mitarbeitern freiwillig und zusätzlich zum regulären Arbeitslohn zukommen lässt. Es ist nicht möglich, Teile des Gehalts dafür zu nutzen. Lediglich andere freiwillige Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld oder eine Gehaltserhöhung können mit Gesundheitsleistungen verrechnet werden.

Auf Qualität und Nutzen achten

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern Fitnessgutscheine als Beitrag für Sportstudios oder Vereine zukommen lassen, so dürfen diese monatlich maximal 44 Euro betragen und müssen auf einem Voucher mit Betrag und Verwendungszweck dokumentiert sein. Unterstützen Sie Mitarbeiter bei den Kosten für auf dem Arbeitsplatz getragene Brillen, so müssen diese ärztlich verschrieben und der Preis dafür „angemessen“ sein. Generell gilt: Achten Sie auf die Qualität und den Nutzen der unterstützten Maßnahmen, und darauf, dass diese von den Krankenkassen entsprechend zertifiziert sind. Orientierung bietet beispielsweise der Präventionsleitfaden des GKV-Spitzenverbands.

In manchen Fällen können Sie den Freibetrag von 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter auch überschreiten. Dazu  benötigen Sie jedoch einen berufsspezifischen Nachweis durch eine Auskunft des medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der Berufsgenossenschaft oder eines Sachverständigen. Akzeptiert das Finanzamt diesen Nachweis, dann ist die jeweilige Maßnahme unbegrenzt frei von Steuern und Abgaben. Holen Sie sich in diesen Fällen sicherheitshalber Rat bei Ihrem Steuerberater.