Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Strategie

Fehler erwünscht: Die Ideenwerkstätten bei der Deutschen Börse und Siemens

FOTONACHWEIS
© strichfiguren.de - fotolia.com

2017 startete die Deutsche Börse AG den Programmierwettbewerb AppHack und das virtuelle Co-Working-Format Product Development Lab. Beide Formate stehen allen Mitarbeitern offen. Bei AppHack bilden die Teilnehmenden interdisziplinäre Teams, die für reale Herausforderungen innerhalb von vier Wochen neue Software-Lösungen entwickeln. Ähnlich funktionieren die Product Development Labs, nur dass die Mitarbeiter hier sogenannte Minimum Viable Products (MVP) entwickeln, also erste „minimal überlebensfähige“ Versionen eines Produktes. Es handelt sich um erste lauffähige, minimal ausgestattete Produkte, die mit minimalem Aufwand bereits die grundlegenden Kundenbedürfnisse befriedigen. Dafür haben die selbstgebildeten Teams in der Regel vier Monate Zeit und können auf professionelle Unterstützung zurückgreifen.

Ein weiteres Beispiel für Experimentierräume innerhalb eines Unternehmens ist die seit Anfang 2018 betriebene „Zukunftswerkstatt“ der Siemens AG. Es handelt sich dabei um die Weiterentwicklung einer sogenannten Lean-Werkstatt im Frankfurter Schaltanlagenwerk des Unternehmens. Dort werden Gestaltungslösungen für Fertigungs- und Montagearbeitsplätze entwickelt, um die Wertschöpfung in der eigenen Produktion zu steigern. Anfangs wurde diese Schlosserwerkstatt zum Bau von Arbeitsplatzeinrichtungen weitgehend konventionell betrieben. Durch die fortschreitende Digitalisierung änderten sich jedoch die Anforderungen. Das Siemens Schaltanlagenwerk stand vor der Herausforderung, agiler zu werden und eine ständig dazulernende Organisation zu bilden, in der Innovationen entwickelt und umgesetzt werden. Die Zukunftswerkstatt ist mit moderner Technik wie Leichtbaurobotern oder 3D-Druckern ausgestattet und setzt zentral auf die Methode des Trystorming. Dabei wird nicht nur gebrainstormed, sondern auch in hohem Tempo ausprobiert und entwickelt. Das Ziel ist festgelegt, der Weg dahin völlig frei. Fehler sind dabei ganz normal und führen nach dem Prinzip „Trial and Error“ zu immer besseren Lösungen.

(Quelle: https://spielraum.xing.com/)