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Die Drink-Syndikat GmbH: Hochwertige Cocktails zu Hause mixen

FOTONACHWEIS
© Sophie Teresa Weicken

Erik Pfauth und Jens Hoffmann sind beide 34 Jahre alt, haben als Studenten selbst hinter dem Tresen gestanden und anschließend zunächst in Klimaschutz-NGOs gearbeitet. Was beide außerdem verbindet, ist die Leidenschaft für wohlschmeckende Cocktails. An guten Bars und erstklassigen Mixologen mangelt es in Berlin heutzutage nicht. Entsprechend ist in der Hauptstadt längst eine Cocktail-Kultur entstanden, die an die Goldenen Zwanziger erinnert und damit eine ansprechende Vielfalt an kreativen Rezepten für spannende, neue Drinks.

Zutaten, Rezepte und Tipps

Wer sich aber zu Hause einen Cocktail mixen will, kommt selten über einen handelsüblichen Gin Tonic hinaus. Es fehlt an Zutaten und Know-how. Diesen Mangel stellten Erik Pfauth und Jens Hoffmann zunächst bei sich selbst fest – und schlossen intuitiv, dass es anderen ähnlich gehen musste. Um Abhilfe zu schaffen, entwickelten sie die Idee hinter dem Drink-Syndikat: Cocktail-Sets für zu Hause. Ob als Einzelbestellung oder im monatlichen Abo: Jedes Set enthält alle nötigen Zutaten für sechs interessante Cocktails, dazu zwei, drei Rezepte, Zubereitungstipps und Hintergrundwissen zu den einzelnen Ingredienzen.

Erik Pfauth, der aus einer Wein- und Spirituosenhändlerfamilie in Erlangen stammt, entwickelt jeden Monat eine neue Box. Dabei kooperiert er mit professionellen Mixologen aus Spitzenbars und mit ausgesuchten Spirituosenhändlern. Der Schwerpunkt liegt auf Zutaten aus der innovativen Craft-Szene, meist mit regionalem Bezug.  „Natürlich sind manche Bartender etwas zurückhaltend mit ihren Rezepten“, sagt Erik Pfauth, „aber nahezu alle kooperieren gerne mit uns und werden in den Boxen auch namentlich erwähnt.“ Inzwischen entwickelt Pfauth gemeinsam mit Mixologen exklusive Rezepte für das Drink-Syndikat.

So entsteht für die Kunden eine wachsende Auswahl an interessanten Sets: vom „Amazing Gin Bundle“ über „Superior Rum Cocktails“ bis hin zu „Spirit of the Mediterranean“ oder „Spirit of the Nordics“. Dabei finden durchaus auch ungewöhnliche Zutaten Platz, etwa handgemachter Tomaten-Maracuja Cordial, japanischer Nikka-Whisky, sortenreiner Bio-Roggen-Wodka aus Hessen oder Pflaume-Shrub vom Freimeister-Kollektiv. „Shrubs sind derzeit im Kommen“, sagt Erik Pfauth über die essiggesäuerten Fruchtdrinks, die in den USA schon im 17. Jahrhundert beliebt gewesen sind. „Wenn Trends gut schmecken, sind wir dabei!“

Auch Firmenkunden ordern die Sets

Mittlerweile hat das Drink-Syndikat über 10.000 Kunden mit über 40.000 Boxen beliefert, darunter auch Firmenkunden wie die Deutsche Bank, Axel Springer oder Twiago. Die Betreuung der Unternehmenskunden ist das Ressort von Jens Hoffmann. Der gebürtige Bremer kümmert sich darüber hinaus um Händler und Marktplätze sowie um alles, was mit Produktion und Prozessmanagement zu tun hat. „Wir haben uns den Erfolg durchs Machen erarbeitet“, sagt er und schildert die Erfahrung, dass Intuition oft der beste Ratgeber ist. „Wir treffen Entscheidungen in der Regel schnell und aus dem Bauch heraus“, sagt auch Erik Pfauth. „Damit sind wir bisher gut gefahren.“

Gut genug zumindest, um für Kundenbetreuung und Versand einen weiteren Mitarbeiter einzustellen. Ausgelagert haben die beiden Unternehmer die Pressearbeit und die IT. Abgefüllt, verkorkt und etikettiert werden die Flaschen von einer alteingesessenen Firma in Alt-Treptow. Die Boxen werden konfektioniert durch die Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung im Wedding. „Zu tun gibt es auch so mehr als genug“, sagt Erik Pfauth. „Dennoch achten wir beide darauf, nicht zu viel zu arbeiten.“ Jens Hoffmann fügt hinzu: „Wir haben beide Kinder und möchten auch Zeit mit der Familie verbringen.“  An ihrer Arbeit schätzen die beiden vor allem die Freude, die aus vielen Rückmeldungen spricht, sowie die Zusammenarbeit mit anderen.

„Wir duzen uns sofort mit jedem – egal welche Stellung er oder sie in einem Unternehmen hat“, sagt Erik Pfauth lachend. „Das liegt einfach an den Persönlichkeiten, die mit Premium-Spirituosen zu tun haben.“ Jens Hoffman bestätigt und präzisiert den Eindruck: „Die Brenner sind meist verrückte Vögel und die Bartender entspannte Typen. Das ist einfach ein cooles Umfeld.“ Davon abgesehen haben beide Freude daran, sich mit außergewöhnlichen Aromen zu beschäftigen. Als Cocktailliebhaber macht es Jens Hoffmann und Erik Pfauth glücklich, wenn sie ein neues Set mit Drinks fertig gestellt haben.

Finanzierung mit Eigenkapital

Gegründet wurde die Firma im Oktober 2014 zunächst von Erik Pfauth alleine.  „Ich wusste gleich, dass ich noch mindestens einen weiteren Gesellschafter in der Firma haben will“, sagt er. Schon deshalb habe sich die Rechtsform der GmbH angeboten. Auch sei die GmbH in der Wahrnehmung von Kunden, Lieferanten und Partnern positiv besetzt. Jens Hoffmann nennt einen weiteren, weniger offensichtlichen Vorteil: „Der Druck, stets doppelt bilanzieren zu müssen, führt zu mehr Ordnung und Übersicht.“ Die Drink-Syndikat GmbH wirtschaftet bisher ausschließlich mit Eigenkapital, ohne Beteiligung aus der Industrie.

Das Budget für Marketingmaßnahmen ist entsprechend knapp bemessen. „Gerade in der Zeit vor dem Weihnachtsgeschäft müssen wir viel vorfinanzieren“, sagt Erik Pfauth. „Da kommt uns ein verlässlicher und verständnisvoller Partner wie die Berliner Volksbank gerade recht.“ Jens Hoffmann verweist darauf, dass in diesem Falle das Produkt selbst häufig die beste Werbung ist: „Viele unserer Sets werden verschenkt und inspirieren so weitere Menschen, eine Geschenkbox zu kaufen oder Mitglied im Syndikat zu werden, also ein Abo abzuschließen.“

Planung mit Blick auf Europa

Gerade ist die GmbH in größere Räume mit „großen Entwicklungsmöglichkeiten“ umgezogen. In Zukunft wollen die beiden Unternehmer Masterclasses anbieten, in denen sich ihre Kunden zuhause mit bestimmten Techniken und Spirituosen noch tiefer beschäftigen können. Auch den Schritt auf den europäischen Markt schließen Jens Hoffmann und Erik Pfauth nicht aus. Schließlich werden tolle Cocktails aus handgemachten, hochwertigen Zutaten auch in London, Paris oder Barcelona zunehmend beliebter.