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Streit unter Mitarbeitern: Was Sie als Chef tun können – und was Sie lassen sollten

FOTONACHWEIS
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Sie spüren es, wenn Sie in das entsprechende Büro kommen, oder die Stimmung bei Meetings registrieren: Zwei Ihrer Mitarbeiter können sich nicht leiden. Jederzeit kann sich der schwelende Konflikt in gereizten Bemerkungen, Arbeitsverweigerung oder gar Sabotage der Projekte des jeweils anderen äußern. Für Sie als Chef ist das rundum ärgerlich. Das Beste wäre, wenn sich die beiden Mitarbeiter einmal gründlich aussprechen würden, aber genau das passiert eben nicht. Lieber beschwert sich jeder der Beiden bei anderen Kollegen oder vielleicht auch bei Ihnen über den jeweils anderen. Dabei werden oft zunächst Verhaltensweisen genannt, die nur Auslöser, nicht aber Ursache des Streites sind. Das jemand immer wieder vergisst, Geld in die Kaffeekasse zu tun, ist zwar nicht gerade fein, aber kein Grund für wachsenden Groll und anhaltend dicke Luft. Oft stecken andere Gründe hinter dem Ärger, und in der Regel haben sie mit verletzten Gefühlen zu tun. Der eine fühlt sich übergangen, die andere unverstanden. Die etwas schroffe Art der einen Mitarbeiterin, erweckt beim sensiblen Gegenüber den Eindruck, ständig kritisiert zu werden. Vergessen Sie als Arbeitgeber nicht, wie verschieden Menschen ticken und das jeder seine Geschichte mit an den Arbeitsplatz bringt. Oft sorgen Missverständnisse in Verbindung mit Projektionen und geringer Konfliktfähigkeit dafür, dass sich negative Gefühle verfestigen.

Als Chef können Sie nur bedingt vermitteln

Wenn Sie um Rat gebeten werden, können Sie natürlich versuchen, die beiden zerstrittenen Mitarbeiter an einen Tisch zu bringen. Auch ohne eine solche Ermächtigung können Sie Streithähne zu sich bitten, wenn Sie über einen längeren Zeitraum feststellen, dass etwas nicht stimmt. Allerdings sollten Sie behutsam vorgehen. Zunächst einmal können Sie den Mitarbeitern empfehlen, sich ohne Ihre Anwesenheit auszusprechen. Sie können auch auf einen entsprechend geschulten Menschen im Betriebsrat oder einen externen Mediator verweisen. Wenn Sie sich selbst zum Streitschlichter ernennen, können Sie schnell zwischen die Fronten geraten oder mindestens einem der beiden Mitarbeiter das Gefühl geben, parteiisch zu sein. Wichtig ist, dass Sie sich mit eigenen Meinungen zurückhalten und vor allem beiden Seiten zugewandt Gehör schenken. Oft ist bereits ein entscheidender Schritt getan, wenn die zerstrittenen Mitarbeiter ihre Sicht der Dinge einmal schildern können. Schreiten Sie nur ein, wenn unsachliche oder gar beleidigende Kommentare fallen. Als Mediator haben Sie für eine angemessene Gesprächsatmosphäre zu sorgen. Anschließend können Sie die Konfliktparteien auffordern, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten oder jeweils getrennt voneinander einen Lösungsvorschlag zu machen. Kommen Sie auf diese Weise nicht weiter, sollten Sie das Hinzuziehen eines professionellen Mediators in Betracht ziehen.

(Quelle: https://spielraum.xing.com/)