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Entspannt trotz Deadlines: So unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter

FOTONACHWEIS
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Die Deadline rückt näher und bei einem Mitarbeiter geht so gut wie gar nichts mehr. Sie bekommen kaum Infos über den Projektstand, merken aber, dass etwas nicht stimmt. Vermutlich blockiert Ihr Mitarbeiter. Dahinter steckt in aller Regel kein böser Wille, sondern ein stressanfälliger Mensch. Wenn die Zeit knapp wird und die Anforderungen steigen, gerät er in eine Art Starre und kann nicht mehr so, wie er eigentlich will. Mit Aggression erreichen sie erst recht nichts. Und es ist auch nicht ratsam, diesen Typ generell für ungeeignet zu halten. Allein schon deshalb, weil ziemlich viele Menschen so gestrickt sind. Zum anderen, weil der stressanfällige Typ oft sehr gewissenhaft arbeitet und hohe Ansprüche an sich und seine Arbeit hat. Genau da können Sie als Chef ansetzen: Helfen Sie dem Mitarbeiter, Druck rauszunehmen. Dabei kann es schon helfen, mehr Pausen zu empfehlen, oder die Arbeit in kleine übersichtliche Portionen mit häufigen Erfolgserlebnissen zu unterteilen. Machen Sie solchen Mitarbeitern klar, dass sie weder perfekt noch genial arbeiten müssen. Sprüche wie „geht nicht, gibt’s nicht“ oder „Scheitern ist keine Option“ motivieren diesen Typ allerdings gar nicht, sondern blockieren ihn zusätzlich. Denn genau damit setzt er sich ja bereits selbst unter Druck. Viel hilfreicher ist es, wenn Sie als Chef klarmachen, dass nicht jeder immer Topleistungen bringen kann. Das schafft Entspannung und erhöht die Produktivität.

Überforderung, Unterforderung und Desinteresse

Kniffelig wird es allerdings, wenn die Blockade andere Ursachen hat. Manchmal wird der innere Schweinehund auch deshalb so mächtig, weil der Mitarbeiter von einer Aufgabe generell überfordert ist. Oder – genau so ungünstig – er oder sie ist unterfordert. Jemand, der über längere Zeit an etwas arbeiten muss, dass seinen Fähigkeiten nicht entspricht, entwickelt häufig ein wachsendes Desinteresse, dass sich bald in Aufschieberei und Ineffektivität niederschlägt. Auch wenn Mitarbeiter sich in einem Team nicht wohl oder sogar ungerecht behandelt fühlen, kann es zu einer Verweigerungshaltung kommen. Diese ist dem Mitarbeiter oft gar nicht richtig bewusst. Er bemerkt nur, dass er nicht voran kommt, keine Energie hat und sich gestresst fühlt. Oft hilft hier ein klärendes, nicht verurteilendes Gespräch. In der Regel hilft eine Umstrukturierung im Team bzw. eine Klärung und Beseitigung hemmender Faktoren. Sollte der Mitarbeiter aber schon längere Zeit innerlich gekündigt haben, sollte er Ihre Firma auch tatsächlich verlassen.

Johnny Cash works good under pressure

Und dann gibt es noch den Typ „Johnny Cash“. Der berühmte Countrysänger sagte von sich, dass er unter Druck besonders produktiv werde. Diese Mitarbeiter brauchen Deadlines, um ihre volle Leistungsfähigkeit zu erreichen. Lassen Sie sich als Chef nicht irritieren, wenn dieser Typ erst spät in Schwung kommt. Oft halten sich solche Mitarbeiter für faul, dabei rufen sie bloß – bildlich gesprochen – nicht konstant 50 oder 60 Prozent, sondern eher 30 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit ab. Dann aber, wenn es darauf ankommt und die Zeit knapp wird, steigern sie sich auf nahezu 100 Prozent. Raubtiere wie Löwen machen es kaum anders: Die meiste Zeit liegen sie in der Sonne. Für die kurze Zeit, in der sie auf der Jagd sind, sind sie jedoch tödlich effektiv. Akzeptieren Sie die Eigenheiten Ihrer Mitarbeiter. Nicht viele haben einen konstanten mittleren Aktivierungsgrad. Und der Mensch, der 24/7 Topleistungen bringt, ist eine reine Phantasie. Wenn Sie den grundsätzlichen Druck-Typus erkennen, können Sie aus jedem das Beste herausholen. Gerade, wenn es stressig wird.