Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Künstlersozialabgabe: Warum Sie auch Ihr Unternehmen betreffen könnte

FOTONACHWEIS
© bongkarn - fotolia.com

Sie beschäftigen selbständige Dienstleister für Ihr Marketing? Dann sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit verpflichtet, eine Abgabe an die Künstlersozialkasse (KSK) zu zahlen. Die KSK ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. In ihr zahlen versicherte Künstler und Publizisten genau wie Arbeitnehmer nur die Hälfte für ihre Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die andere Hälfte finanziert sich einerseits durch den Bund, andererseits durch die Künstlersozialabgabe. Unternehmen, die selbständige Künstler oder Publizisten beschäftigen, sind zu dieser Abgabe an die KSK verpflichtet. Dabei ist es nicht zulässig, diesen Betrag vom Honorar des Selbständigen abzuziehen.

Für welche Dienstleistungen muss ich zahlen?

Ob Webdesigner, Fotografin, Texter, PR-Agentur oder eine Musikband fürs Sommerfest: Sobald Sie im Jahr mehr als 450 Euro für selbständige Kreative ausgeben, sind Sie zur Abgabe an die Künstlersozialkasse verpflichtet. Auch wenn eine freie Journalistin Pressemitteilungen für Ihre Firma schreibt oder ein Grafik-Designer ein Logo für Ihren Betrieb erstellt, wird die Abgabe fällig. Der Prozentsatz wird jährlich am 30. September fürs Folgejahr festgelegt und beträgt aktuell 4,2 Prozent. Wichtig: Abgabepflichtig sind Sie auch für Kreative, die nicht in der KSK versichert sind oder im Ausland leben.

Was Sie nicht zahlen müssen

Für die nicht-künstlerischen oder -publizistischen Tätigkeiten eines Kreativen wird keine Abgabe fällig. Hat zum Beispiel ein Webdesigner Ihre Homepage gestaltet hat und wartet diese bis heute, dann wird die Abgabe nur für das Gestalter-Honorar fällig. Auch die Druckkosten für eine Werbebroschüre sind nicht abgabepflichtig, wohl aber das Layout. Ebenfalls von der Abgabenpflicht befreit sind Sie als Unternehmer, wenn Sie eine juristische Person mit der kreativen Tätigkeit beauftragen, also eine GmbH, AG, OHG usw. Für künstlerische Darbietungen auf Betriebsfeiern, zu denen ausschließlich Betriebsangehörige und gegebenenfalls ihre Partner eingeladen sind, müssen Unternehmen ebenfalls keine Abgabe entrichten.

Wie zahle ich die Künstlersozialabgabe?

Zunächst sollten Sie sich formlos bei der Künstlersozialkasse anmelden und Ihre Abgabepflicht prüfen lassen. Dann sollten Sie alle Rechnungen sammeln, die Sie im Laufe des Jahres an Kreative zahlen. Davon abziehen können Sie Mehrwertsteuer, Reisekosten und Bewirtungskosten. Den Betrag für das Kalenderjahr müssen Sie dann jedes Jahr bis zum 31. März an die KSK melden. Hier finden Sie das entsprechende Formular. Die Aufzeichnungen über die gezahlten Honorare an selbständige Kreative müssen Sie mindestens fünf Jahre lang aufbewahren.

Lesen Sie hier, was Arbeitgeber über KSK-Prüfungen wissen sollten.

(Quelle: www.impulse.de)