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Geschäftsführervertrag: Darauf sollten Sie als Gründer achten

FOTONACHWEIS
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Ein Vertrag für Geschäftsführer (GF) ist in der Regel kein Arbeits- sondern ein Dienstvertrag, da der GF oft Gründer der Firma und selbständig ist. Der Vertrag dient vor allem dazu, Antworten auf folgende Fragen zu geben, sofern diese nicht bereits aus der Satzung oder anderen Firmenstatuten klar ersichtlich sind:

  • Wann beginnt der GF seine Tätigkeit?
  • Welche Dauer hat der Vertrag?
  • Welche Adresse hat der Arbeitsort?
  • Welche Arbeitszeit wird minimal erwartet?
  • Welche Aufgaben und Zuständigkeiten hat der GF?
  • Welche Pflichten und Verantwortlichkeiten hat der GF?
  • Welche Rechte genießt der GF? (z. B. Nebentätigkeiten, Entlastungsregelungen, Geschäftsführungs- und   Vertretungsbefugnis, Umfang der Entscheidungsgewalt)
  • Wie gestaltet sich eine etwaige Kündigungsfrist?
  • Gibt es ein (nachträgliches) Wettbewerbsverbot?
  • Welches Gehalt erhält der GF?
  • Wie gestalten sich weitere Ansprüche: auf Urlaub, Vergütung im Krankheitsfall, Sachleistungen, Anteile an der Firma?
  • Salvatorische Klausel: eine Schlussbestimmung mit Regelungen zu Vertragsänderungen, Gültigkeit des Vertrages und mündlichen Vereinbarungen.

Austrittsregelungen sind für Investoren besonders interessant

In Startups und kleinen Betrieben sind die Geschäftsführer oft zugleich die Gründer. Für Investoren spielt es eine gewichtige Rolle, dass diese GF die Firma nicht einfach plötzlich verlassen. Daher finden sich in den GF-Verträgen oft sogenannte Vesting-Klauseln. Diese legen beispielsweise fest, ob der GF Anteile verliert, wenn er das Unternehmen vor einem bestimmten Datum verlässt. Solche Geschäftsanteile könnten dann einem oder mehreren neuen Geschäftsführer(n) als Anreiz angeboten werden.

Warum ein Anwalt zu Rate gezogen werden sollte

Ein wichtiger Punkt ist die sozialversicherungsrechtliche Stellung des GF. Ist er zu Zahlungen verpflichtet oder davon befreit? Hat er, wie viele Gründer, eine unternehmerähnliche Stellung, oder besitzt er als bestellter Fremdgeschäftsführer Arbeitnehmerstatus? Dieses Thema kann rechtlich komplex werden und zu erheblichen Nachzahlungen führen, wenn es fehlerhaft gehandhabt wird. Daher ist das Aufsetzen eines Geschäftsführervertrages der richtige Zeitpunkt, um diese Frage mit einem spezialisierten Anwalt zu klären. Das Ergebnis wird sich im Vertrag niederschlagen.

(Quelle: http://www.digitaler-mittelstand.de/)