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Vanishing Berlin: Aktuelle Fotoausstellung dokumentiert verschwindende Berliner Orte

FOTONACHWEIS
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Die dunkle Eck-Kneipe in Kreuzberg, der „Tante-Emma-Laden“ in Wilmersdorf oder der Schöneberger „Pudel-Salon“, der mit „Pflege aller Rassen“ wirbt – die Zeiten, Geschmäcker und Gewohnheiten ändern sich und mit ihnen auch die Orte, in denen sich eben oft Zeitgeist manifestiert. Oder der Widerstand dagegen. Ladengeschäfte und gastronomische Betriebe, die über Jahrzehnte das Stadtbild mitgeprägt haben, verschwinden manchmal von einer Woche auf die andere, werden abgerissen oder umgebaut. Der Berliner Autor und Fotograf Alexander Steffen verfolgt seit Jahren das Projekt, genau solche Orte in seinen Bildern festzuhalten, kurz bevor sie für immer verschwinden. Bereits 2016 brachte der per Crowdfunding den Bildband „Vanishing Berlin – Dokumente des Übergangs“ heraus. Einen Eindruck des Projektes kann man sich auch auf dem Blog des Künstlers machen.

Liebgewonnene Kiez-Orte

Manchmal ist es eine Brache, an der man schon als Kind vorbeigegangen ist, manchmal eine vertraute Ladenfront oder eine mit Graffiti besprühte Mauer ohne sinnvolle Funktion – was uns ans Herz gewachsen ist, kann längst aus der Zeit gefallen sein und seinen eigentlichen Zweck verloren haben. Oft fällt uns das erst auf, wenn diese Orte dann plötzlich verschwinden. Alexander Steffen möchte das Verschwindende vor dem Vergessen bewahren, den Wandel dokumentieren und damit auch der Frage nachgehen, was sich aus welchen Gründen verändert. Manche Orte auf den zwischen 2009 und 2016 entstandenen Fotos von Steffen existieren heute noch, andere sind bereits tatsächlich verschwunden. Im Bildband des Künstlers und einer Ausstellung leben sie weiter.

Den Bildband Vanishing Berlin: Dokumente des Übergangs. Fotografien 2009-2016 gibt es als Hardcover für 32 Euro.

Die „Vanishing-Berlin“-Fotos sind Teil der Ausstellung „Camera Urbana. Fotografische Perspektiven auf Landschaften in Berlin.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 16. September zu sehen in der Domäne Dahlem, Königin-Luise-Str. 49, 14195 Berlin.