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Strategie

Jobwechsel: Fünf Gründe, warum Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln

FOTONACHWEIS
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Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist so flexibel wie noch nie: 16 Prozent der Berufstätigen haben den Arbeitgeber im letzten Jahr gewechselt – und 23 Prozent planen, dies im kommenden Jahr zu tun.

Etwa die Hälfte von ihnen gibt das Gehalt als Grund an, aber für zahlreiche Arbeitnehmer stehen andere Faktoren im Vordergrund.

Das geht aus der Studie Randstad Employer Brand Research des Dienstleisters Randstad hervor, für die 4.300 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende im Alter zwischen 18 und 65 online befragt wurden.

Die Studie identifiziert fünf Hauptbeweggründe, aus denen Arbeitnehmer sich für einen Wechsel des Arbeitgebers entscheiden:

1. Geringe Vergütung

Bezahlung ist der wichtigste Faktor – aber nicht der einzige. 49 Prozent der Arbeitnehmer, die das Unternehmen im vergangenen Jahr gewechselt haben oder im kommenden Jahr wechseln wollen, geben eine zu geringe Vergütung als Grund dafür an.

Petra Timm, Director Group Communications bei Randstad Deutschland: „Für Arbeitgeber, die Talente halten wollen, ist das von Vorteil, denn die Gehaltsstruktur lässt sich leichter verändern als die Stellenbeschreibung. Sie kann schnell und transparent angepasst werden.“

2. Mangelnde Anerkennung

38 Prozent der Befragten gaben an, aus Mangel an Anerkennung den Arbeitgeber gewechselt zu haben oder wechseln zu wollen.

Petra Timm sieht hier vor allem die Führungskräfte in der Verantwortung: „Anerkennung ist einer der wichtigsten Motivationsfaktoren im Beruf. Hier müssen manche Chefs zulegen. Auch Loben kann man lernen.“

3. Fehlende Karrierechancen

„Fehlende Karrierechancen“ sind für 32 Prozent ein Grund zum Wechsel. „Nicht jeder Job führt automatisch auf der Karriereleiter nach oben, und nicht jeder Arbeitnehmer ist für Führungsaufgaben qualifiziert“, so Petra Timm, „aber jeder Arbeitnehmer kann selbstverständlich erwarten, dass sein Arbeitgeber seine Arbeit angemessen würdigt und mit ihm offen und transparent persönliche Weiterentwicklung und Karrierechancen bespricht.“

 4. Zu wenige Herausforderungen

31 Prozent der befragten Arbeitnehmer gibt Unterforderung als Grund für den Wechsel des Arbeitsplatzes an.

Chronische Unterforderung, auch „Bore-Out“ genannt, wird von Arbeitsexperten zunehmend als Problem erkannt: Unterforderung am Arbeitsplatz hat ebenso drastische medizinische Folgen wie Überforderung, sie kann zu physischen und psychischen Effekten wie Haltungsschäden und Depressionen führen.

Arbeitnehmer, die sich unterfordert fühlen, finden auf dem aktuellen Arbeitsmarkt leicht anspruchsvollere Tätigkeiten.

5. Fehlende Work-Life-Balance

Nicht nur Unterforderung, auch Überforderung macht Arbeitgeber unattraktiv: Die Work-Life-Balance, beziehungsweise deren Nichteinhaltung, ist für 21 Prozent ein Grund für den  Arbeitsplatzwechsel

Arbeitgeber sollten also darauf achten, das Anforderungsprofil von Stellen sorgfältig zuzuschneiden, um diese angemessen zu belasten – oder die Arbeitnehmer in die Gestaltung ihres Arbeitsplatzes stärker mit einzubeziehen, beispielsweise über flexible Arbeitszeitmodelle wie die Vertrauensarbeitszeit.