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Strategie

Checkliste: So bereiten Sie Ihre Mitarbeiter auf die Arbeitswelt 4.0 vor

FOTONACHWEIS
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Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden Unternehmen im digitalen Zeitalter neue Formen und Inhalte in der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter entwickeln müssen.

Das geht aus einer Studie der gemeinnützigen Organisation Ashoka und der Unternehmensberatung McKinsey & Company hervor.

Demnach sollten Unternehmen systematisch zwischen vier Formen und Inhalten der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter unterscheiden und dafür entsprechende Angebote entwickeln:

1. „Upskilling“

In allen bestehenden Jobs müssen Mitarbeiter darin geschult werden, neue zur Verfügung stehende Technologien anwenden zu können.

Beispiele dafür sind Fabrikarbeiter, die im Einsatz von Robotern oder bei der Nutzung digitaler Überwachungssysteme geschult werden müssen.

2. „Digital reskilling“

Durch die Digitalisierung entstehen völlig neue Anforderungen an IT- oder Technikberufe, beispielsweise bei Bau und Entwicklung von Robotern, Cloud Computing oder bei der Datenverarbeitung. Hier müssen Unternehmen völlig neue Fähigkeiten vermitteln.

3. „Human reskilling“

Da sich die gesamte Arbeitswelt verändert, benötigen Unternehmen Mitarbeiter, die ihre Kollegen auf diese Veränderungen vorbereiten, sie zum Lernen und Entwickeln neuer Fähigkeiten motivieren.

Erweitertes Einfühlungsvermögen wird auch im Umgang mit den Kunden benötigt, deren Vertrauen gewonnen werden muss und die an neue Angebote herangeführt werden müssen.

4. „Meta Skills“

Selbstorganisation, Führungs-, Anpassungs- und Teamfähigkeit oder Kreativität – diese Fähigkeiten sind grundsätzlich wichtig.

Der Grund: Lebenslanges Lernen und die Notwendigkeit, sich auf Veränderungen einzulassen und sie zu bewältigen, wird für die Arbeitnehmer im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger.

Umsetzung in der Praxis: Beispiele

Die Studie zeigt, wie die Vermittlung dieser Fähigkeiten in der Praxis gelingen kann. Zwei Beispiele:

  1. Das kanadische Tech-Start-up Bluenove setzt bereits bei vielen Großunternehmen eine Methode ein, mit der intern in innovativen Foren Debatten über Strategie oder Transformation geführt werden.
  1. Ein niederländischer Ashoka-Fellow hat mit dem Pflegedienst Buurtzorg ein extrem erfolgreiches Unternehmen gegründet – mit mittlerweile über 10.000 Krankenschwestern und 4.000 Pflegekräften.

„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in rund 900 unabhängig voneinander arbeitenden Teams organisiert“, beschreibt Rainer Hoell, Partner bei Ashoka Deutschland, das Unternehmen.

Dieses Organisationsmodell habe ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Wissensaustausches gefördert. Mit Erfolg: Das Unternehmen wurde zum vierten Mal in Folge zu Hollands attraktivstem Arbeitgeber gewählt.