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Studie: Unternehmen sollen das Führungsvakuum in der Gesellschaft füllen

FOTONACHWEIS
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Viele Menschen weltweit messen den Unternehmen eine zentrale Funktion im Hinblick auf Einkommenssicherheit, auf Diversität und Gesundheitsvorsorge zu.

Das geht aus der Human Capital Trendstudie 2018 von Deloitte „Der Aufstieg der Sozialen Organisation“ hervor.

Demnach fordern gerade die Millennials, denen ein gewisses Maß an Politikverdrossenheit nachgesagt wird, von ihren Arbeitgebern mehr als „nur“ die Erfüllung der üblichen CSR-Verpflichtungen.

Dabei steht für sie vor allem die Mitarbeiterbindung im Vordergrund. Doch fast zwei Drittel beklagen, dass die entsprechenden Budgets nicht oder kaum gestiegen sind.

Neue Führungskultur gefragt

Laut Studie sollen Unternehmen dazu beitragen, die Welt gerechter zu machen – zumindest für diejenigen, die dort arbeiten.

Dazu gehöre auch, die eigene Führungskultur kritisch zu hinterfragen und zu verändern. Top-Manager müssen zunehmend in der Lage sein, Teams nicht nur zu führen, sondern selbst in cross-funktionalen Teams zu agieren. In Deutschland ist das nach Ansicht von 62 Prozent der Befragten nur rudimentär der Fall.

Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Das Wohl der Belegschaft rückt zunehmend in den Fokus – die Mitarbeiterzufriedenheit wird zur strategischen Priorität. Auch hier zeigte die Studie eine Lücke zwischen Erwartung und Realität.

Ob flexible Arbeitszeiten, Mobile Working, Kinderbetreuung, oder Prävention: Nachfrage und Angebot klaffen jeweils um 30 bis 40 Prozentpunkte auseinander.

Ältere Arbeitnehmer einbinden

Ein wichtiger Aspekt ist laut Studie die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer – vor allem wegen ihrer Erfahrung. Tatsächlich arbeiten in Deutschland mehr ältere Arbeitnehmer mit ihren jüngeren Kollegen zusammen als international.

Auf der anderen Seite hat die „goldene Generation“ aber auch spezielle Bedürfnisse wie mehr Arbeitszeit-Flexibilität, Umschulungen sowie Weiterbildungsoptionen. Und auch hier steht Deutschland der Studie zufolge im internationalen Vergleich recht gut da.

Neue Strukturen durch Gig Economy, Crowd Working und Freelancing

Flexibilität wird in jeder Hinsicht großgeschrieben. Der traditionelle Vollzeitmitarbeiter ist auf dem Rückzug – zugunsten von Gig Working, Crowd Working oder auch Freelancing.

Weitere Elemente einer neuen Unternehmenskultur sind intelligente und flexible Incentivierungs- und Vergütungsmodelle sowie mehr Karriere-Gestaltungsmöglichkeiten.

Dabei stellen die deutschen Teilnehmer den Unternehmen ein besseres Zeugnis aus als der internationale Durchschnitt – „nur“ 30 Prozent bescheinigen starke Defizite.

Ergänzung menschlicher und digitaler Kompetenzen

Immerhin 61 Prozent der deutschen Befragten sehen ihr Unternehmen gut auf die Digitalisierung vorbereitet – international sind es nur 31 Prozent.

Wichtig ist die Kultivierung eines Modells, in dem sich menschliche und digitale Eigenschaften ergänzen. Zu den typisch menschlichen Charakteristika zählen für die Befragten vor allem soziale Kompetenz sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Wie genau der ideale Mix aus digitaler und menschlicher Befähigung aussehen und strategisch entwickelt werden soll, davon hat ein gutes Drittel der Befragten eigenen Angaben zufolge jedoch noch keine Vorstellung.