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Personal: Führungskräfte lehnen bedingungsloses Grundeinkommen ab

FOTONACHWEIS
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Mehr als sieben von zehn Führungskräften sind überzeugt, dass nicht alle Arbeitnehmer von neuen Technologien profitieren können, zum Beispiel von Robotern, künstlicher Intelligenz oder Blockchain. Ein bedingungsloses Grundeinkommen lehnen sie aber als betriebsschädigend ab.

Das geht aus einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) unter mehr als 300 Personalverantwortlichen, Inhabern und Geschäftsführern von Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern hervor.

Handlungsbedarf, um Gesellschaft zusammenzuhalten

Demnach betrachten 39 Prozent der Manager das Thema sozialer Abkopplung und schwindender Teilhabemöglichkeiten einzelner Gruppen als drängendes Problem für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

71 Prozent der Führungskräfte haben in den vergangenen fünf Jahren starke Veränderungen in ihrem Unternehmen durch die Digitalisierung erlebt, zum Beispiel den Abbau von Arbeitsplätzen.

Auch für die Zukunft erwartet jeder dritte Befragte, dass im eigenen Unternehmen Arbeitsplätze wegfallen werden. Nur neun Prozent gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung zusätzliche neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Bedingungsloses Grundeinkommen: betriebswirtschaftlich schädigend

Dennoch spricht sich die große Mehrheit der Führungskräfte gegen das bedingungslose Grundeinkommens (BGE) in Deutschland aus, bei dem jeder Bürger unabhängig von seiner Leistung und seiner Lebenssituation eine Grundsicherung erhalten würde.

EY zufolge sind 84 Prozent der Führungskräfte der Ansicht, dass bei dem derzeit stark diskutierten Konzept die Nachteile überwiegen oder dass sich Vor- und Nachteile die Waage halten (jeweils 42 Prozent).

Lediglich 14 Prozent befürworten das bedingungslose Grundeinkommen. 67 Prozent halten es für betriebswirtschaftlich schädigend, weil in den unteren Einkommensklassen die Arbeitsmotivation sinken würde.

Führungskräfte sehen auch positive Auswirkungen des BGE

Positive Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens sind nach Einschätzung von 62 Prozent der Befragten die Einsparung von Verwaltungskosten, wenn bisherige Sozialleistungen wegfallen.

Und: Wenn Menschen eine Grundabsicherung erhielten, würden sie häufiger bereit sein, auch kurzfristige Jobs anzunehmen und beruflich etwas zu wagen (45 Prozent).