Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Recruiting: Immer mehr Unternehmen gewinnen Mitarbeiter auf digitalem Wege

FOTONACHWEIS
© christianchan - fotolia.com

Wer sein Recruiting erfolgreich für die Zukunft aufstellen möchte, muss auf die Kandidaten hören und sich ihrem Tempo anpassen.

Das zeigt die Studienreihe „Recruiting Trends“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg und des Karriereportals Monster.

Kandidaten sind innovativer als Unternehmen

Demnach ist die Digitalisierung der Personalgewinnung inzwischen akzeptiert. Drei Viertel der Top-1.000-Unternehmen und acht von zehn IT-Unternehmen halten sie laut Studie für gut – und auch die Kandidaten sehen ihre Vorteile.

Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster: „Die Kandidaten sind in einigen Bereichen deutlich innovativer als die Unternehmen glauben. Zum Beispiel, wenn es um die Nutzung von neuer Technologie wie Job-Recommender oder Recruiting-Apps geht.“

Trend: Potenzielle Mitarbeiter aktiv suchen und binden

Laut Studie wird jede zehnte Stelle über Active Sourcing besetzt, die restlichen Neueinstellungen über klassische Recruiting-Kanäle generiert.

Active Sourcing wird immer wichtiger: 59,1 Prozent der Kandidaten wollen angesprochen werden anstatt sich selbst zu bewerben. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozentpunkten seit 2012. In den IT-Unternehmen wird bereits jede fünfte Stelle über Active Sourcing besetzt.

Klassische Mitarbeitergewinnung über Stellenbörsen

Als Top-Kanäle für das klassische Recruiting nutzen Unternehmen die eigene Website und Internet-Stellenbörsen.

Die Stellensuchenden nutzen weitgehend die gleichen Kanäle, allerdings mit anderer Gewichtung: Ihr meistgenutzter Kanal seit Beginn der Untersuchungen sind Internet-Stellenbörsen.

Karrierenetzwerke und Social Media werden wichtiger

Die Unternehmensseiten, lange Zeit auf Platz zwei, wurden in den letzten Jahren von den Karrierenetzwerken überholt. Sie liegen jetzt gleichauf mit den Suchmaschinen auf dem dritten Platz.

Ein wesentliches Element im Recruiting und im Active Sourcing ist inzwischen Social Media: Drei Viertel der Top-1.000-Unternehmen bewerten den Einsatz positiv. 2011 sah das nur jedes zweite Unternehmen so.

Job-Recommender-Systeme sind im Trend

45,4 Prozent der Kandidaten nutzen bereits Job-Recommender-Systeme, die ihnen aufgrund ihres Profils geeignete Unternehmen und offene Stellen vorschlagen.

Dagegen nutzt nur jedes zehnte Unternehmen Job-Recommender-Systeme, ein Fünftel plant allerdings ihren Einsatz – viermal so viele wie 2015.

Generation Y über ChatBots gewinnen

Der Trend geht auch zu ChatBots, die den Kandidaten automatisiert Fragen zur Karriere, zu offenen Stellen oder Unternehmen beantworten.

Sechs von zehn Unternehmen glauben an ihren steigenden Einsatz und die Hälfte der Kandidaten würden sie bei der Jobsuche auch gerne nutzen, allen voran die Generation Y.

Allerdings bieten nur 2,8 Prozent der Top-1.000-Unternehmen und etwa jedes zehnte IT-Unternehmen ChatBots an.