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Portraits

Feine Boote: Oliver Kulzer und die Kielwasser GmbH & Co. KG

FOTONACHWEIS
© Oliver Kulzer

Wer schon einmal mit offenen Augen die Kanäle und Grachten in den Niederlanden betrachtet hat, der kennt die Sloepen (gesprochen: Sluupen). Die offenen Motorboote gleiten stilvoll über das Wasser und stehen mit ihrem leisen und sparsamen Einbaudiesel für unaufgeregten Wasserverkehr. Dabei können solche Schaluppen durchaus richtig Fahrt aufnehmen. Bedeutsamer für die auch in Deutschland wachsende Fangemeinde ist jedoch die Mischung aus Eleganz, Nutzwert und Geselligkeit. Der Steuerstand befindet sich mitten auf dem kleinen und doch erstaunlich geräumigen Boot. Die Sitzgelegenheiten gruppieren sich rundherum. Das ist kommunikativ, gemütlich und lädt zu gemeinsamen Ausflügen ein. Kein Wunder also, dass die Sloepen in den Niederlanden schon längst nicht mehr allein als Transport-, Rettungs- oder Beiboote, sondern auch als Freizeitvehikel verwendet werden.

Seit Frühjahr 2016 bringt Oliver Kulzer diesen Trend nun auch nach Deutschland. Seine Kielwasser GmbH & Co. KG  handelt nicht nur mit Sloepen, sie bietet auch einen umfassenden Service von Pflege und Reparatur über Zubehör und Liegeplätze bis hin zu Charter und Finanzierung an.

„Eigentlich verkaufen wir unseren Kunden Lebensqualität in einer hektischer werdenden Zeit“, sagt der 48-jährige. „Wer bei uns ein Boot erwirbt, entscheidet sich oft für ein „Rundum-sorglos-Paket“. Das heißt wir kümmern uns um das ganze Drumherum, und der Kunde kann entspannt auf seiner Sloep über die Gewässer gleiten.“

Oliver Kulzer wurde in Niedersachsen geboren. Aufgewachsen ist er aber größtenteils bei seinen Großeltern in Dänemark. Die Leidenschaft für Boote entwickelte er in der Bootsbauerwerkstatt seines Großvaters, in der er von Kindesbein an viele, viele Stunden staunend und träumend und lernend zubrachte.

Sein Lebensweg führte Kulzer früh in die Selbständigkeit, aber erst einmal nicht zu den geliebten Booten. Erst nach 25 Jahren als erfolgreicher Immobilienhändler erfüllt er sich seinen Traum. Er verkauft seine Gesellschaft an einen internationalen Finanzinvestor und schlägt mit „Kielwasser“ ein neues Kapitel auf.

„Zum ersten Mal war ich als Unternehmer auf Fremdkapital angewiesen“, sagt Kulzer. „Mit der Berliner Volksbank habe ich einen Partner gefunden, der an mich und meine Ideen glaubt.“ Selbstverständlich ist das für den Wahl-Potsdamer nicht. Schließlich sie die Idee hinter dem Kielwasser-Unternehmen ziemlich speziell. Man könne nicht erwarten, von jedem verstanden oder gar unterstützt zu werden.

„Die Berliner Volksbank hat das Potenzial meines Vorhabens gleich erkannt“, freut sich Kulzer. „Das war eine sehr positive Erfahrung und ich fühle mich seitdem gut beraten.“

Neben den Sloepen der niederländischen Traditionswerft Interboat hat Kulzer mittlerweile auch edle Klassiker aus zweiter Hand und den Gentleman Cruiser Dutch Runabout 22 in seinem Sortiment. Zu besichtigen sind die sehr hochwertigen Modelle in Werder an der Havel in ansprechendem Ambiente: Die denkmalgeschützte ehemalige Fabrikhalle aus dem Jahr 1906 bietet mit 1000 Quadratmeter genug Platz, um immer rund 30 Schauobjekte wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Ebenfalls in Werder stellt Kulzer seinen Kunden ein 900 Quadratmeter großes Winterlager für erworbene Boote zur Verfügung. Vor Ort findet sich auch das Partnerunternehmen Marina Vulkan Werft und bietet eine eigene Steganlage, einen Bootskran für bis zu 25 Tonnen sowie einen Rundum-Service für Boote und Yachten.

Einen weiteren Hafen betreibt Kulzer in der Kaiserlichen Matrosenstation Kogsnaes am Potsdamer Jungfernsee, einer besonders vornehmen Adresse.

„Der hochspezialisierte Bootshandel ist ein ganz anderes Geschäftsfeld, als das Immobilienwesen“, sagt Kulzer und skizziert den Wechsel vom selbständigen Dienstleister zum Handelsunternehmer. „Wenn man wie wir mit einem völlig neuen Produkt an den Markt geht, ist man lange und sehr intensiv mit Marketing beschäftigt.“ Bevor man ans Verkaufen denken könne, müssten auch erst einmal Strukturen und Geschäftsprozesse implementiert werden, um einen sauberen Workflow gewährleisten zu können. Die Rechnung geht jedoch auf. Die Auftragsbücher der Kielwasser GmbH & Co. KG sind gut gefüllt und Oliver Kulzer arbeitet sechs Tage in der Woche. Unterstützt wird er von seiner Frau Susanne, die das Backoffice und den Einkauf verantwortet und zwei Mitarbeitern für das operative Geschäft. Kulzer selbst konzentriert sich vor allem auf den Verkauf, den Kundenkontakt und die strategische Unternehmensentwicklung.

„Das macht sehr viel Spaß“, sagt er. „Allein deshalb, weil ich so viel Zeit mit meinen geliebten Booten verbringen kann. Obendrein habe ich es immer mit gut aufgelegten Kunden in Freizeitstimmung zu tun. Das macht einfach gute Laune“, sagt er und lächelt.