Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Umfrage: Share Economy in Deutschland wächst weiter

FOTONACHWEIS
© heinzremyschindler - pixabay.com

In Deutschland ist das Teilen von Unterkünften, Dateien, Musik, Autos oder Dienstleistungen zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Lebens vieler Menschen geworden.

Dies belegt die Studie „Share Economy. The New Business-Model“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 4.500 Konsumenten in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, der Türkei und Deutschland befragt wurden – allein in Deutschland 2.000.

Fast 900 Euro im Jahr pro Kopf für Sharing-Produkte

Demnach haben 39 Prozent der Deutschen zwischen den Sommern 2016 und 2017 Share-Economy-Angebote genutzt. Dabei gaben sie durchschnittlich 884 Euro aus.

Die höchsten durchschnittlichen Jahresausgaben fielen im Bereich Finanzen an (1.229 Euro), die geringsten für Medien und Unterhaltung (62 Euro).

Sharing-Angebote für Mediengüter werden am häufigsten genutzt

Sharing-Angebote für Mediengüter nutzten die Befragten laut PwC mit 23 Prozent allerdings am häufigsten, gefolgt von Konsumgütern (20 Prozent) und Unterkünften (17 Prozent).

Im Jahr 2018 wollen 40 Prozent der Deutschen Sharing-Economy-Angebote nutzen, vor allem verstärkt im Bereich Unterkünfte (plus fünf Prozentpunkte).

Der höchste Ausgabenanstieg ist im Bereich Medien und Unterhaltung zu erwarten (plus 35 Prozentpunkte).

Share-Economy-Treiber sind gut gebildete „U-40“

Die Partizipation an der Sharing-Economy nimmt der Studie zufolge mit zunehmendem Alter ab. Bei jüngeren Erwachsenen ist sie relativ hoch: 53 Prozent der aktuellen Share-Economy-Partizipanten sind zwischen 18 und 39 Jahre jung. Sie nutzten Sharing-Angebote häufiger als ältere Nutzer und trugen weit mehr als die Hälfte zu den Gesamtausgaben bei (62 Prozent).

Interessant: Nutzer mit höherem Bildungsniveau nutzten die Share Economy häufiger und gaben mehr Geld dafür aus.

Nutzer sehen starke Preis-Leistungs-Vorteile

Share-Economy-Angebote werden in Deutschland vorwiegend aus ökonomischen Gründen genutzt: Nach den Vorteilen gefragt, hob die größte Nutzergruppe (50 Prozent) ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei herkömmlichen Angeboten hervor.

25 Prozent der Befragten sehen Ressourcenschonung und Umweltschutz als Hauptvorteil. Und weitere 25 Prozent empfinden die direkte Kommunikation zwischen Nutzern und Anbietern als vorteilhaft.

Rechtliche Unsicherheiten ausräumen

Nachteilig seien dagegen Unklarheiten bezüglich der Haftung bei Schäden und anderen Problemen (47 Prozent), Qualitätsmängel (33 Prozent) und Sicherheitsdefizite (29 Prozent).

„Dennoch: Die Share Economy wird weiter florieren“, sagt Prof. Dr. Nikolas Beutin, der den Bereich Customer Practice bei PwC Europe verantwortet: „Wir gehen davon aus, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Qualität und die gefühlte Sicherheit 2018 weiter verbessern werden.“