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Faulheit: Warum sie im Arbeitsleben besser ist als ihr Ruf

FOTONACHWEIS
© Myagi - Pixabay.com

Der Coach und Autor Brian Lee notiert auf seinem Produktivitätsblog Lifehack ein paar Gedanken, die nur auf den ersten Blick widersinnig erscheinen. Er behauptet dort, man könne es als Kompliment betrachten, wenn einen die Kollegen als faul bezeichnen. Denn faul zu sein, bedeute effizient zu arbeiten und nicht mehr zu tun, als unbedingt nötig. Nach Lee ist es keine Stärke, ständig beschäftig und abgelenkt zu sein. Wichtig sei es hingegen, immer wieder loslassen zu können und wirklich zu faulenzen, also nichts zu tun, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben und zu glauben, man müsste eigentlich noch dieses oder jenes erledigen.

Der schnelle Weg zum Ziel

Menschen mit Hang zur Faulheit verbeißen sich nur selten in aufwendigen Prozessen, wenn es auch einen kurzen Weg zum gleichen Ziel gibt. Merke: Faulheit muss nicht bedeuten, dass man nicht an Erfolg interessiert ist. Es bedeutet nur, dass man den schnellsten und einfachsten Weg dorthin sucht. Diese Eigenschaft kann im Berufsleben sehr viel wert sein. Außerdem soll Faulenzen offen für neue Ideen machen. Diesen Gedanken hat sich Brian Lee faulerweise von der Psychologin Sandi Mann geborgt. Wer nichts tut, macht sich locker, wer sich locker macht, kommt auf zu Einfällen, die dem verbissen danach suchenden verschlossen bleiben. Eine Rolle spielt dabei auch eine andere unterschätzte Fähigkeit: sich zu langweilen. Dann nämlich sucht der Geist Sandi Mann zufolge nach Stimulation, phantasiert, träumt und assoziiert – und findet so nicht selten kreative Lösungen.

Fokussiert dank Faulheit

Faulheit kann dazu führen, dass wir Dinge aufschieben. „Gut“, sagt Lee, denn wenn wir etwas auf den letzten Drücker erledigen, sind wir in der Regel wesentlich fokussierter und schaffen in kurzer Zeit das Gleiche, wofür andere viel länger brauchen. Wer nämlich mehr als genug Zeit hat, verliert sich schneller in überflüssigen Details oder fängt noch weitere Aufgaben an, die seine Fokussierung stören. Außerdem, so Lee, sei Faulheit ein ganz normaler Wesenszug des Menschen. Ihn zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, sei ein wichtiger Schritt zu einer gesunden Selbstakzeptanz.