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Industrie 4.0: German Angst oder neue Chancen?

FOTONACHWEIS
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In den Chefetagen internationaler Unternehmen sieht man der vierten industriellen Revolution mit gemischten Gefühlen entgegen. Obwohl Deutschland nicht gerade als das Land der Optimisten bekannt ist, ist die Zuversicht hierzulande etwas größer als im weltweiten Vergleich.

Das geht aus dem „Industry 4.0 Readiness Report“ der Unternehmensberatung Deloitte hervor, für den weltweit 1.600 Führungskräfte befragt wurden.

Demnach sieht sich nur ein Drittel der internationalen Führungskräfte in der Lage, ihr Unternehmen sicher durch die grundlegenden Veränderungen führen zu können, die die Industrie 4.0 mit sich bringt.

Mehr Zuversicht in deutschen Firmen

Die deutschen Chefs sind selbstbewusster: Die Zahl derer, die sich den schnellen Aufbau eines neuen Ökosystems zutrauen, liegt laut Report mit 42 Prozent um neun Prozentpunkte höher als im weltweiten Vergleich.

35 Prozent der hiesigen Führungskräfte halten ihre Belegschaft für ausreichend qualifiziert. Das sehen international nur 26 Prozent so.

Auch ist die Skepsis gegenüber neuen Geschäftsmodellen geringer, dafür aber gegenüber dem regulatorischen Umfeld (43 Prozent) und veränderten Handelsbedingungen (35 Prozent) deutlich stärker ausgeprägt.

Auch die Notwendigkeit einer engen Kooperation mit Politik und Verwaltung hat einen etwas niedrigeren Stellenwert (25 Prozent gegenüber 28 Prozent der Nennungen).

Talente weiterbilden oder anwerben?

Grenzübergreifend beabsichtigen ganze 86 Prozent, ihr Unternehmen mit allen verfügbaren Mitteln personell fit für Industrie 4.0 zu machen.

Dabei planen 61 Prozent (Deutschland: 58 Prozent) vorwiegend mit bereits vorhandenen, 39 Prozent auch und vor allem mit neuen Talenten (Deutschland: 42 Prozent).

Deutsche Führungskräfte glauben außerdem mehrheitlich, dass sich die Anforderungen an Unternehmen und Personal künftig dynamischer entwickeln werden, als sie es heute bereits tun.

Deutsche Führungskräfte sehen sich bei Technologien vorn

Technologie ist einer der Schlüssel für eine erfolgreiche Adaption der Industrie-4.0-Prinzipien.

Das ist den Führungskräften weltweit bewusst. Aktuell konzentrieren fast drei Viertel der Führungskräfte ihre Technologieinitiativen auf ihre Betriebsabläufe und Prozesse.

Prof. Dr. Martin Plendl, CEO von Deloitte: „Entscheidend für die Zukunft ist nicht allein, wie Unternehmen ihre Strategien für Industrie 4.0 anpassen und den Einsatz von Technologien vorantreiben, sondern ob sie auch in der Lage sind, ihre Talente für die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten und den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten.“