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Flexible Arbeitszeiten: So beugen Sie als Chef dem Chaos vor

FOTONACHWEIS
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Mitarbeiter sind zufriedener, weniger gestresst, leistungsfähiger und identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen, wenn dort Gleitzeitmodelle angeboten werden. Dabei können sie selbst entscheiden, in welchem Zeitfenster sie am Arbeitsplatz erscheinen, solange sie nur eine bestimmte Stundenzahl absolvieren. In Firmen, bei denen ein verlässlicher Kundenservice eine Rolle spielt, ist allerdings wichtig, das zu den Geschäftszeiten immer ein Ansprechpartner vor Ort ist. Daher werden Gleitzeitmodelle oft um eine Kernarbeitszeit-Regelung ergänzt. Konkret bedeutet das: Mitarbeiter können im Prinzip kommen und gehen, wann sie wollen, solange sie beispielsweise nicht nach 9 Uhr kommen und vor 15 Uhr gehen.

Gleitzeit bedeutet mehr Aufwand

Bei allen Vorzügen – flexible Arbeitszeiten stellen ein Unternehmen auch vor Herausforderungen. Zum einen sind genaue Absprachen wichtiger, damit z. B. Lieferanten nicht ohne Ansprechpartner vor der Tür stehen. Zum anderen ist die Dokumentation der geleisteten Arbeitsstunden aufwendiger. Zwar ist eine elektronische Zeiterfassung bei Gleitzeitmodellen gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber um die Einführung eines Arbeitszeitkontos kommt ein Arbeitgeber eigentlich nicht herum.

Das Arbeitszeitkonto

Jeder Mitarbeiter sollte ein Zeiterfassungskonto nutzen, in dem die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden vermerkt sind. Wenn besonders viel zu tun ist, können Überstunden angesammelt werden, die in ruhigeren Zeiten wieder abgebaut werden. Als Arbeitgeber müssen Sie darauf achten, dass laut Arbeitszeitgesetz ein Angestellter über einen längeren Zeitraum nicht mehr als 10 Stunden täglich arbeiten darf. Auch die Anzahl von Ruhetagen und Pausen sind gesetzlich geregelt. Außerdem sollten sich Unternehmer überlegen, wie hoch das maximale Minus oder Plus eines Arbeitszeitkontos ausfallen darf. Verbreitet sind Höchstwerte von 50 Minus- bzw. Überstunden. Und noch etwas sollten Sie als Unternehmer beachten: Sichern sie die Arbeitszeitkonten gegen Insolvenz ab, also den Fall, das ein Mitarbeiter kündigt, dessen Kontostand nicht ausgeglichen ist. Regelungen dazu finden Sie in Paragraf 7 e SGB IV.