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Entgelttransparenzgesetz: Unternehmen rechnen mit Auskunftsansprüchen

FOTONACHWEIS
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70 % der deutschen Unternehmen bereiten sich konkret auf das Entgelttransparenzgesetz vor. Die deutliche Mehrheit der Unternehmen rechnet mit Fragen zu Auskunftsansprüchen.

Das geht aus einer Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum hervor.

Große Unternehmen sind besser vorbereitet

Demnach sind es laut Studie eher die großen Unternehmen mit durchschnittlich 5.400 Mitarbeitern, die sich konkret auf den Umgang mit dem Entgelttransparenzgesetz vorbereiten – im Schnitt mit rund 15 Personentagen.

Organisationen, die sich noch nicht konkret auf das Gesetz vorbereitet haben, sind mit 1.330 Mitarbeitern deutlich kleiner. Sie haben Kienbaum zufolge meist keine Ressourcen, um sich ausreichend mit dem Gesetz auseinanderzusetzen.

Das „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ soll vor allem Frauen dabei unterstützen, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser durchzusetzen. Dafür sieht es unter anderem einen individuellen Auskunftsanspruch für Beschäftigte vor.

Erfahrung und Erwartung driften auseinander

In zwei von drei Unternehmen gibt es bisher noch keine konkreten Anzeichen dafür, dass Mitarbeiter Auskunftsansprüche beim Arbeitgeber geltend machen wollen.

Dennoch erwarten 85 % der Unternehmen, dass Fragen eingehen werden – unabhängig dvaon, ob Betriebsrat oder Arbeitgeber für das Verfahren zum Auskunftsanspruch verantwortlich sind.

Die meisten Arbeitgeber haben jedoch das Verfahren an sich gezogen (49 %) beziehungsweise haben dies zukünftig vor (37 %).

Konkrete Maßnahmen sind oberflächlich

Die befragten Unternehmen bereiten sich vor allem mit Hilfe von besuchten Schulungen, Vorträgen und Seminaren vor und tauschen sich mit anderen Unternehmen zum Umgang mit dem Gesetz aus.

Nur 5 % der Organisationen haben bisher überprüft, inwieweit insbesondere leistungs-, arbeitsmarkt- und arbeitsbezogene Einflusskriterien unterschiedliche Entgelte bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit rechtfertigen können.

Dies sei überraschend, so Kienbaum-Vergütungsexpertin Neele Siemer: Letztlich werde die Rechtfertigung von Entgeltunterschieden wesentlich für das Beantworten eines Auskunftsverlangens sein.