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Strategie

Big Data im Mittelstand: Lohnend auch für B2B?

FOTONACHWEIS
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Bei großen B2C-Unternehmen, aber auch bei kleineren Einzelhändlern setzt es sich mehr und mehr durch, Kundendaten zu sammeln und aufzubereiten. Der digitale Fußabdruck bestehender oder potentieller Kunden spielt in vielen Geschäftsfeldern eine wachsende Rolle. Anders sieht es damit noch im industriellen Mittelstand aus, der hochwertige Produkte für andere Unternehmen herstellt. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzten 2015 gerade einmal 6 Prozent der befragten Firmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern Big-Data-Analysen. Auch bei Unternehmen mit über 250 Angestellten lag der Anteil gerade einmal bei 17 Prozent.

Noch mehr Daten? Was soll das bringen?

Studien zufolge wissen zwar viele Mittelständler, worum es sich bei „Big-Data“ handele, aber für viele bleibe das Thema schwierig und abstrakt. Bevor sie sich mit neuen Technologien und Prozessen auseinandersetzen, wollen Unternehmer erst einmal wissen, worin der Nutzen für sie bestehen soll. Schließlich sammeln Mittelständler auch ohne „Big-Data“-Schlagwort schon lange Daten. Viele Unternehmer kennen alle ihre Kunden und Geschäftspartner persönlich und kennen deren Anforderungen. Obendrein haben viele Firmen längst ERP- und CRM-Systeme installiert und sammeln damit ohnehin oft schon mehr Daten als sie brauchen. Worin also soll der Vorteil von Big Data bestehen, wenn man nicht Amazon oder Google heißt?

Menge, Tempo, Vielfalt

Mittels der richtigen Software können Daten aus verschiedenen Quellen miteinander in Beziehung gesetzt und in Echtzeit ausgewertet werden. Big Data bedeutet also nicht in erster Linie ein Mehr an Daten, sondern ein höheres Tempo und eine größere Bandbreite. Fachleute sprechen auch von den drei großen V: Volume (Menge), Velocity (Geschwindigkeit) und Variety (Vielfalt). Dabei wird sowohl auf interne als auch auf externe Daten zugegriffen, wie sie Datenbanken oder das Internet bereithält. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Daten, sondern die Klugheit, mit der sie ineinander in Beziehung gesetzt werden. Das reine Sammeln von Daten bietet in der Regel keine Wettbewerbsvorteile. Der industrielle Mittelstand benötigt gerade im B2B-Bereich keine Unmengen von Kundendaten, wie große B2C-Unternehmen. Zentral ist aber die Frage, welche Informationen für Entscheidungen noch gewonnen werden können und wie man sie mittels Big Data so exakt und schnell wie möglich erhält. Dem intelligenten Erheben von Daten gehört die Zukunft – auch im industriellen Mittelstand.

(Quelle: www.marktundmittelstand.de)