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Alternativen zu Plastiktüten: Und was sie wirklich taugen

FOTONACHWEIS
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Der Verbrauch von Plastiktüten geht in Deutschland zurück. Immer mehr Verbraucher setzen auf Papiertüten, Jutebeutel oder Tragetaschen aus Bioplastik. Leider sind diese Varianten nicht ganz so umweltfreundlich, wie es wünschenswert wäre. So sind Papiertüten zwar biologisch abbaubar, allerdings verbrauchen sie in der Herstellung doppelt so viel Energie wie Plastiktüten. Obendrein werden für die Produktion Chemikalien zum Einsatz, die die Umwelt belasten. Als Faustregel gilt: Je höher der Altpapieranteil, desto besser für die Umwelt. Desto geringer jedoch auch die Stabilität. Generell halten Papiertüten nicht lange und sind daher keine besonders ressourcenschonende Alternative.

Leider ist auch das sogenannte Bioplastik – ein Kunststoff aus Maisstärke, Bambus und anderen Materialien pflanzlichen Ursprungs – nicht das erhoffte nachhaltige Gegenmodell zur Plastiktüte. In der Gesamtökobilanz schneidet das Produkt nicht besser ab, als herkömmlicher Kunststoff, weil der Anbau von Mais, Bambus, Zuckerrohr, Weizen mit dem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden einhergeht und die natürlichen Rohstoffe vor allen Dingen als Lebensmittel benötigt werden. Bioplastik-Tüten zerfallen in etwa 90 Tagen. Für die meisten Kompostieranlagen ist dieser Zeitraum zu lange, so dass Tüten aus Bioplastik in der Regel verbrannt werden. Viel besser als Plastiktüten sind sie mit Blick auf die Umwelt also bisher nicht.

Jutebeutel oder Einkaufskörbe – oft genutzt die beste Alternative

Die Gewinnung und Verarbeitung von Baumwolle, Jute oder Flachs benötigt sehr viel Wasser. Und auch hier kommen wieder Pestizide zum Einsatz. Außerdem verbraucht die Herstellung solcher Beutel deutlich mehr Ressourcen als die einer Einweg-Plastiktüte. Wer also eine solche Tragetasche als sinnvolle Alternative verwenden will, sollte einen Beutel wählen, der besonders lange hält. Den erst ab der 25. Nutzung weisen Einkaufstaschen aus Pflanzenfasern eine bessere Energie- und Ressourcenbilanz auf, als Plastiktüten. Zusätzliche Kauf-Kriterien sollten ein Fairtrade- und ein Bio-Siegel sein.

Besonders umweltfreundlich ist der jahrelang genutzte Einkaufskorb, wie wir ihn aus alten Zeiten kennen. Alternativ können natürlich auch langlebige Rucksäcke oder große Handtaschen als Shopping-Beutel herhalten.

(Quelle: www.utopia.de)