Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Portraits

Stark im Team: Der private Rettungsdienst von Manuel von Kannewurff-Präger

FOTONACHWEIS
© Berliner RettungsdienstTEAM GmbH

Über 30.000 Mal am Tag werden in Deutschland Rettungsdienste benötigt. Neben der Feuerwehr und den großen Hilfsorganisationen existieren im Bereich „Krankentransporte“ auch private Anbieter wie die Berliner RettungsdienstTEAM GmbH. Gegründet wurde sie schon 2005, als sich solche Firmen nur sehr schwer gegen die Marktmacht der „Großen“ behaupten konnten.

Zunächst aber eröffnete der ehemalige Krankenpfleger und Rettungsdienstleiter mit Vorstandsfunktionen 2004 eine Rettungsdienstschule mit Sitz in der Späthstraße in Neukölln. Er hatte nebenberuflich bereits Fachkräfte ausgebildet und Erste-Hilfe-Kurse für Laien angeboten. So entstand die Idee, sich mit einer Schule für Rettungsdienste selbständig zu machen.

Mit Schulungen selbstständig gemacht

„Die Motivation für die Gründung des zweiten Unternehmens war ein Kind des Zufalls“, sagt der 37jährige Berliner (der mittlerweile Wahl-Brandenburger ist). „Als Rettungsdienstschule durften wir keinen Rettungswagen mit Blaulicht führen. Also wurden wir auch noch ein Rettungsdienst und durften dann entsprechende Fahrzeuge anschaffen und besitzen.“ Um die Kosten für die Anschaffung wieder reinzubekommen, setzte von Kannewurff-Präger den Rettungswagen nicht nur zu Schulungszwecken, sondern zunächst nebenher auch für Krankentransporte am Abend oder am Wochenende ein.

Schnell nahmen die Anfragen zu, und von Kannewurff-Präger schloss kurzerhand einen Kassenvertrag ab, um die Leistungen auch abrechnen zu können. So kam er auf Umwegen und zunächst ohne konkreten Vorsatz dazu, einen Berliner Krankentransport zu betreiben.

Kein leichtes Feld für private Anbieter

„Hätte ich gewusst, wie schwer es als privater Anbieter in diesem Feld werden würde, hätte ich es mir vielleicht noch einmal überlegt“, gibt von Kannewurff-Präger zu. „Zumindest stand von an Anfang fest, dass unser Schwerpunkt Sondereinsätze mit hohem Qualitätsanspruch sein sollten. Wer überzeugen will, muss überzeugende Leistung bringen.“

Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, setzte von Kannewurff-Präger von Anfang an auf ein starkes, qualifiziertes Team aus Notärzten und erfahrenen Rettungsdienstmitarbeitern. Ihm war klar, dass seine Firma nur so gut sein konnte wie jeder einzelne Mitarbeiter – gerade bei einer Dienstleistung, in der es um Leib und Leben geht. Um die Fähigkeiten des Teams einschätzen zu können, musste von Kannewurff-Präger das „Handwerk des Unternehmers selbst mit allen Facetten erlernen und erfahren.“

Die pflegerische Perspektive ist entscheidend

Dabei ist ihm wichtig zu betonen, dass man ein seriöses Gesundheitsunternehmen nicht allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht führen kann. Um wirklich professionell mit Menschen zu arbeiten und von ihnen anerkannt zu werden, sei die pflegerische und notfallmedizinische Perspektive entscheidend.

Die Mühen zahlten sich aus. 2006 erhielt das RettungsdienstTEAM den Neuköllner Gründerpreis. Der Fuhrpark wuchs von einem Wagen auf zwei, drei und schließlich auf zwanzig Fahrzeuge. Gemäß dem Firmenmotto „Geht nicht, gibt’s nicht“ ermöglicht das Team bis heute auch kurzfristig bestellte Fahrdienste und stellt sich Aufgaben wo andere resignieren.

Zusammen mit den Erfahrungen erweiterte sich das Leistungs-Spektrum des Berliner RettungsdienstTEAMs. Mittlerweile bietet das Unternehmen neben Krankentransporten auch Reiserückholdienste, Langstrecken- und Verlegungsdienste, Ambulanzflüge, eilige Blut- und Organtransporte und allgemeine Fahrtdienste sowie einen Limousinenservice an. Von Kannewurff-Präger schätzt den ganzheitlichen Ansatz und will seinen Kunden alles aus einer Hand bieten.

Weitere Angebote entwickelt

Deshalb gehören neben den Transporten auch medizinische Bereitstellungen, Notarztdienste und Beratungsgespräche vor bevorstehenden Transporten und Verlegungen zu den Angeboten der GmbH. Obendrein betreibt der Unternehmer weiterhin die Rettungsdienstschule als zertifiziertes Bildungsunternehmen und führt praxisorientierte und an den Wünschen der Teilnehmer orientierte Erste-Hilfe-Schulungen durch, auch vor Ort in Unternehmen und Organisationen.

Einen großen Teil der Einnahmen investierte von Kannewurff-Präger in den stückweisen Ausbau eines hochwertigen Fuhrparks. Das Durchschnittsalter der Rettungswagen, Limousinen und Sondereinsatzfahrzeuge der RettungsdienstTEAM GmbH liegt unter drei Jahren.  Gut gewartete, moderne Fahrzeuge mit erstklassiger Ausstattung sind für jeden seriösen Rettungsdienst unerlässlich, stellen zugleich aber einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor dar.

„Diese hohen Investitionen müssen in der Kalkulation immer mitberücksichtigt werden“, sagt von Kannewurff-Präger. „Das war mir zum Glück von Anfang an klar. Anderes musste ich erst lernen: mit dem Kostendruck der Krankenkassen umzugehen, trotz Fachkräftemangel gute Mitarbeiter zu finden, Netzwerke aufzubauen, mit Niederlagen und Enttäuschungen zu leben.“

Kooperation mit dem ADAC

Der Unternehmer nennt weitere Erfahrungen, die er als Geschäftsführer eines Ambulanzdienstleisters gemacht hat: „Anfangs hatte ich ehrlich gesagt Bedenken, ob Ältere und Frauen für den Einsatz in diesem rauen Metier geeignet sind. Hier hatte ich zum Glück Gelegenheit, meine Vorbehalte zu überprüfen und weiß heute: Ja, das geht!“

2012 konnte das RettungsdienstTEAM den ADAC als Vertragspartner für den Boden- und Flugbereich gewinnen. „Das bedeutet für uns eine große Anerkennung unseres Konzeptes und unserer Leistung“,  sagt der Unternehmer. „Vor uns war eine der großen Hilfsorganisationen über Jahrzehnte Partner des ADAC.“

Neben solchen Glanzlichtern gefällt von Kannewurff-Präger an seiner Arbeit, dass er immer wieder etwas dazu lernt. Er liebt das „Rumkommen“ und den abwechslungsreichen Kontakt zu unterschiedlichen Menschen, seien es Kollegen, Entscheidungsträger, Vertragspartner, oder VIPs, für die der Sanitäts- oder Notarztdienst in Anspruch genommen wird. Immer wieder die Balance zwischen durchsetzungsstarker Härte und wirtschaftlichen Zwängen und auf der anderen Seite solidarischem Teamgeist und „Geld-ist-nicht-alles“-Einstellung zu finden – das gehört für von Kannewurff-Präger zu den bereichernden Herausforderungen seiner Tätigkeit.

Bis zu 100 Stunden Arbeit in der Woche

„Abgesehen davon arbeite ich gerne mit unserem modernen, hart erwirtschafteten Fuhrpark und dem modernen Equipment. Das ist handfest, und ich spüre dann den Stolz, auf das, was wir uns gemeinsam erarbeitet haben, und womit wir Positives für unsere Kunden bewirken können.“

Von Kannewurff-Präger arbeitet bis zu 100 Stunden in der Woche, wobei ihn seine Ehefrau Christiane bei der Verwaltung und im Einsatzdienst unterstützt. Zu seinen Aufgaben gehören die üblichen Bürotätigkeiten eines Geschäftsführers wie zum Beispiel der Forecast, das Verfassen von Angeboten und der Kontakt zu Kunden, Lieferanten und Vertragspartnern. Außerdem erarbeitet er Konzepte für die Optimierung des Unternehmens.

Der Chef legt selbst mit Hand an

Darüber hinaus arbeitet der Gründer aber auch weiterhin im „Bodeneinsatz“, bis hin zum Waschen und Desinfizieren der Fahrzeuge. „Dabei steht zum einen der Teamgedanke im Zentrum“, sagt von Kannewurff-Präger. „Zum anderen kann ich nur dann gut leiten, wenn ich die Arbeit aller Aufgabengebiete nachvollziehen und selbst mit Hand anlegen kann. Es ist keine Schande, als Chef an der Basis mitzuwirken und wie die anderen im Team zum Beispiel auch an Feiertagen im Einsatz zu sein.“

Zu den besonders spannenden Tätigkeiten gehören für von Kannewurff-Präger Flugeinsätze: von der Vorbereitung über den Flug, den Aufenthalt in anderen Regionen oder Ländern bis hin zur Patientenvisite und dem betreuten Rückflug. „Da verbindet sich oft das Angenehme mit dem Nützlichen“, sagt er. „Ich kann Menschen in einer schwierigen Situation so gut wie möglich betreuen und komme in interessante Gegenden der Welt.“

Pläne für die Expansion

Auch für die Zukunft hat sich der Familienvater viel vorgenommen: „Wir möchten in die Notfallrettung Berlin eingebunden werden und neben unseren Standorten in Berlin und Brandenburg noch weitere eröffnen, bundesweit, vielleicht auch europaweit. Auch streben wir eine Ausweitung des Ambulanzflugbereichs an. Ein eigener Jet wäre natürlich auch nicht übel“, sagt der Unternehmer schmunzelnd.

Dabei ist sich von Kannewurff-Präger durchaus der andauernden Herausforderung bewusst: „Es gibt Neider, Mitbewerber und hart verhandelnde Kostenträger. Um sich immer wieder zu behaupten, müssen wir als Team zusammenhalten, unseren Standpunkt entschlossen behaupten und an unseren Qualitätsvorsätzen festhalten. Außerdem hilft es nicht, bei Rückschlägen ins Jammern zu verfallen.“

Von Kannewurff-Präger ist froh, mit der Berliner Volksbank einen verlässlichen Partner in Finanzierungsfragen gefunden zu haben. „Über eine faire und adäquate Hausfinanzierung kam es zur Zusammenarbeit auch im Geschäftsbereich. Der partnerschaftliche, ehrliche Umgang und die flexible, schnelle Bearbeitung sind für unser Team Gold wert. Dazu bietet die Berliner Volksbank ein großes Netzwerk und tolle Events: Ich bin gern ein Genosse!“