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Studie: Großraumbüros verstärken Stressgefühle und mindern die Leistung

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Großraumbüros schädigen die Gesundheit von Arbeitnehmern und mindern die Arbeitsleistung. Diese Nachteile sind für Firmen deutlich wirkungsvoller als die Vorteile einer gelegentlich besseren Kommunikation.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von PD Dr. Britta Herbig und Kolleginnen (München), die in der November-Ausgabe der Fachzeitschrift „Wirtschaftspsychologie“ veröffentlicht wurde.

Demnach wurden Großraumbüros in den 1950er Jahren eingeführt, um Kooperation, Kommunikation und Informationsfluss zwischen den Mitarbeitern zu verbessern.

Ungünstige Folgen für Arbeitnehmer in Großraumbüros

Diese Erwartung hat sich der Studie zufolge nicht erfüllt. Im Gegenteil, ungünstige Folgen ließen sich messbar nachweisen für:

  • Zufriedenheit mit der Arbeit
  • Zufriedenheit mit der Umgebung
  • psychische Gesundheit
  • physische Gesundheit (Infektionen, psychosomatische Erkrankungen)
  • Arbeitsunfähigkeitstage
  • Kommunikation und Kooperation
  • kognitive Leistungen wie Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit
  • Arbeitsleistung
  • Arbeitsqualität

Konkret wurden als „zentrale treibende Faktoren für die Unzufriedenheit in Großraumbüros“ folgende Faktoren genannt: Lärm, irrelevante, aber verstehbare Sprache sowie die fehlende auditive und visuelle Privatheit.

Laut Studie wird der Verlust der Privatheit sogar oft im Zusammenhang mit einem Gefühl des Kontrollverlusts gesehen.

Gesundheitliche Beschwerden durch Arbeit in Großraumbüros

Es ließ sich nachweisen, dass mit der Zahl der Beschäftigten im Großraumbüro auch die Zahl der Beschwerden zunimmt: Atemprobleme, Irritationen der Schleimhaut, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten sind die meistgenannten Gesundheitsschäden vieler Arbeitnehmer in Großraumbüros.