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Strategie

Mitarbeiterführung: Berufliche Herausforderungen genau dosieren

FOTONACHWEIS
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Über zunehmenden Stress am Arbeitsplatz klagen 48 Prozent der Führungskräfte und 41 Prozent der Mitarbeiter. Das zeigt der Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Aber es ist nicht immer ein Zuviel an Arbeit, das Mitarbeitern schadet:  15 Prozent der Führungskräfte und 20 Prozent der Mitarbeiter gaben an, fachlich oder mengenmäßig unterfordert zu sein.

Darüber informiert TÜV Rheinland.

Diplom-Psychologin Stefanie Schwan von TÜV Rheinland: „Eine auf Dauer unbefriedigende Arbeitssituation kann von den Betroffenen durchaus als Stress empfunden werden. Im Extremfall wird dieser Zustand auch als Boreout bezeichnet. Langfristig können ähnliche Beschwerden auftreten wie bei anhaltender Überforderung.“

Laut TÜV Rheinland sinken beispielsweise dauerhaft Motivation und Aufnahmefähigkeit der Betroffenen.

Aufgrund der nachlassenden Arbeitsleistung würden positive Erfahrungen im Beruf seltener, zum Beispiel erfolgreich abgeschlossene Projekte und Lob von Vorgesetzten. Die Frustration über die eigene Situation wächst – eine Abwärtsspirale beginnt.

Offene Kommunikation schützt vor Frustration

Arbeitnehmer, die unter Unterforderung leiden, sind TÜV Rheinland zufolge weder unmotiviert noch faul. Im Gegenteil: Sie möchten gute Arbeit leisten, sehen dazu aber keine Möglichkeit.

Mit der Zeit entwickeln sie laut TÜV Rheinland Strategien, um beschäftigt zu erscheinen: Aufgaben werden in die Länge gezogen, Unterlagen mehrfach sortiert oder die Arbeitszeit mit privaten Tätigkeiten gefüllt.

Für Führungskräfte sei es oft kaum möglich, das Problem zu erkennen. Eine vertrauensvolle Kommunikation und ein offener Führungsstil tragen dazu bei, mangelnder Auslastung bei einzelnen Teammitgliedern vorzubeugen.

Externe Berater helfen bei Veränderungen

Den meisten Betroffenen falle es leichter, im Rahmen einer externen Mitarbeiterberatung über das Problem zu sprechen. Sie informierten ihre Arbeitgeber oft ungern über Unterforderung – meist aus Angst, den Job zu verlieren.

Die Berater bei TÜV Rheinland unterliegen beispielsweise jedoch der Schweigepflicht. Sie unterstützen die Arbeitnehmer dabei, die Ursachen für die Unzufriedenheit zu finden und Ziele zu definieren. Auf dieser Grundlage zeigen sie mögliche Lösungswege auf.

Oftmals führen beispielswiese eine Weiterbildung, erweiterte Arbeitsaufgaben oder die Versetzung in eine andere Abteilung zu mehr Arbeitszufriedenheit und stellen Motivation und Leistungsfähigkeit wieder her.