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Studie: Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wächst

FOTONACHWEIS
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Die Bedürfnisse von Arbeitnehmern und die Maßnahmen von Arbeitgebern zur Personalentwicklung weichen deutlich voneinander ab.

Zu diesem Ergebnis kommt die weltweite „2016 Global Talent Trends Study“, für die die Beratungsgesellschaft Mercer mehr als 1.700 Personalverantwortliche und mehr als 4.500 Mitarbeiter aller Branchen in 17 Ländern befragt hat.

Talente finden und halten

Demnach hängen erfolgreiche Talentmanagement-Strategien von der Fähigkeit des Unternehmens ab, Mitarbeiter unterschiedlichen Geschlechts und Alters oder unterschiedlicher Herkunft zu gewinnen und langfristig zu binden.

Ein Mittel dazu sei eine zielgerichtete Teambildung: Laut Studie geben zwar 73 Prozent der Unternehmen an, heterogene Führungskräfte-Teams zu fördern. Aber nur 54 Prozent der Arbeitnehmer nehmen wahr, dass ihre Arbeitgeber entsprechende Programme etabliert haben.

Arbeitnehmer denken global

Außerdem haben deutsche Arbeitnehmer der Studie zufolge eine klare Vorstellung davon, welche Kompetenz im Berufsalltag zukünftig wichtiger wird: Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) meint, dass ein globales Verständnis und Denken in ihrem Unternehmen künftig besonders gefragt sein wird (weltweit: 28 Prozent).

Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen nehmen dagegen nur zu 27 Prozent an, dass die Entwicklung einer globalen Denkweise unter der Belegschaft zu den Top-3-Prioritäten beim Talentmanagement gehören wird.

Damit liegen sie dennoch deutlich über dem Wert ihrer weltweiten HR-Kollegen (18 Prozent).

Flexibilität am Arbeitsplatz ist in Deutschland keine Seltenheit

Einig sind sich deutsche Arbeitnehmer und Arbeitgeber beim Thema Flexibilität am Arbeitsplatz: Knapp zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer sind der Meinung, dass eine flexible Arbeitsgestaltung sie in ihrer Produktivität unterstützt (weltweit: 52 Prozent).

Deutsche Arbeitgeber kommen dieser Vorstellung entgegen, so die Studie: 73 Prozent der deutschen Arbeitnehmer geben beispielsweise an, flexible Arbeitszeitmodelle nutzen zu können – weltweit sind es dagegen nur 56 Prozent.

Dieter Kern, Partner und verantwortlich für die HR-Management- und Organisationsberatung bei Mercer in Central Europe: „In vielen Talentsegmenten, man denke z. B. an MINT- oder IT-Berufe, haben Arbeitnehmer derzeit meist gleich mehrere, oft auch wirklich attraktive Optionen auf dem Arbeitsmarkt. Entsprechend werden Erwartungen an den aktuellen Arbeitgeber artikuliert.“