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Portraits

Die Ehrig GmbH: Ein Büro-Systemhaus als Berliner Familienbetrieb

FOTONACHWEIS
Die Gesellschafter: Zwei Generationen der Familie Ehrig (v.l. Wolfram und Dietmar Ehrig, Kerstin Ehrig-Wettstaedt und Torsten Ehrig  (Fotos © Ehrig GmbH)

Mit Schreibmaschinen fing es an. 1947 fuhr Kurt Ehrig mit der S-Bahn durch ganz Berlin und sammelte in einem Rucksack Teile alter Schreibmaschinen. Aus den Fundstücken baute er daheim funktionierende Maschinen und bot sie zusammen mit seiner Frau Gerda zum Verkauf an.

Mit den Jahren erweiterte sich das Sortiment des Büromaschinenhandels in Berlin-Hermsdorf: angefangen bei Rechenmaschinen über Kopierer bis schließlich hin zu Druckern, Servern und Software. Heute ist die Ehrig GmbH ein mittelständisches Büro-Systemhaus mit 80 Mitarbeitern, das seinen Sitz in Charlottenburg hat.

Verantwortung als Motivator

Seit 2005 führen Kerstin Ehrig-Wettstaedt und ihr Cousin Torsten Ehrig den Familienbetrieb in dritter Generation und zeichnen gemeinsam mit Vater und Onkel auch als Gesellschafter für die GmbH verantwortlich. Wie ihre Vorgänger fühlen sie sich einer 70-jährigen Tradition verpflichtet und setzen auf Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und persönlichen Kundenkontakt. „Wir fühlen uns für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter verantwortlich“, sagt Ehrig-Wettstaedt.

Die 41-jährige Diplom-Betriebswirtin zieht aus dieser Verantwortung ihre Motivation. „Unser Anspruch ist es, die Probleme unserer Kunden schnell und effizient zu lösen. Wenn das nicht gleich klappt, versuchen wir es solange, bis es eine Lösung gibt.“ Als Mutter zweier schulpflichtiger Kinder sieht Ehrig-Wettstaedt ihre Verantwortung aber auch jenseits der Firma. Selten ist sie mehr als acht Stunden im Betrieb. Wenn nötig, arbeitet sie noch zu Hause.

Gute Planung, Fokussierung auf das Wesentliche und gute Absprachen zwischen ihr und Mitgeschäftsführer Torsten Ehrig  ermöglichen einen runden Ablauf ohne Überstunden. Eine Anerkennung ihrer Leistung erfuhr Ehrig-Wettstaedt am 8. März 2016 durch die Verleihung des Monika-Thiemen-Preises „Frau in Verantwortung“ durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.

Gestaltungsspielraum und gute Zusammenarbeit

Torsten Ehrig schätzt die Zusammenarbeit mit seiner Cousine: „Auf der einen Seite kann ich Entscheidungen eigenverantwortlich und schnell fällen. Auf der anderen Seite habe ich immer eine kompetente Ansprechpartnerin. Wir können uns aufeinander verlassen und wissen, wer welches Thema besser bearbeiten kann.“

Der 42-jährige ist ebenfalls Diplombetriebswirt und sammelte wie Ehrig-Wettstaedt Berufserfahrung außerhalb des Familienbetriebs. „Es war für mich aber immer klar, dass ich früher oder später in die Ehrig GmbH einsteige. In diesem Umfeld kann ich wirklich eigenverantwortlich handeln. Anders als in einem Konzern mit seinen vielen Hierarchien und komplexen Abstimmungsprozessen.“

Auch Kerstin Ehrig-Wettstaedt schätzt das hohe Maß an Gestaltungsspielraum bei gleichzeitiger Zusammenarbeit auf Augenhöhe. In ihren Augen könne die Ehrig GmbH gerade deshalb zügig und individuell auf die Ansprüche ihrer Kunden reagieren.

Herausforderungen und Chancen

Der Mittelstand sieht sich auch in der IT-Branche durch starke Mitbewerber herausgefordert. „Wir müssen uns einerseits gegen Freiberufler mit sehr günstigen Tagessätzen behaupten“, sagt Ehrig-Wettstaedt. „Auf der anderen Seite stehen die Direktvertriebe der Hersteller mit großer Marktmacht.“ Umso wichtiger sind die spezifischen Stärken der Ehrig GmbH. „Wir punkten mit unseren hervorragend geschulten Mitarbeitern, einem hochwertigen Vor-Ort-Service und persönlichem Kontakt zu Kunden wie zu Spezialisten“, sagt Ehrig.

Gerade weil die IT-Branche einem ständigen Wandel unterworfen ist, setzt die Ehrig GmbH viel daran, ihr Team up-to-date zu halten. Nur so können Kunden bestmöglich beraten und vor Ort oder per Fernzugriff unterstützt werden. In Zukunft wollen die Geschäftsführer das Leistungsspektrum der Firma noch stärker hin zu Beratungsleistungen erweitern. „Mit Infrastrukturanalysen, Prozessberatung und Optimierung des Belegflusses sowie IT Managed Services“, zählt Ehrig-Wettstaedt auf.

Dabei setzen die Ehrigs auf starke Partner. Zu ihnen gehört auch die Berliner Volksbank, zu der die GmbH vor fünf Jahren wechselte, um einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. „Sie versteht uns und unser Umfeld in der Region“, sagt Ehrig. Und seine Cousine ergänzt: „Und sie kümmern sich schnell und kompetent um alle unsere Belange.“