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Arbeitsplatz: Jeder Zweite erwartet Benachteiligungen im Job bei chronischer Erkrankung

FOTONACHWEIS
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Jeder zweite Berufstätige in Deutschland fürchtet, im Falle einer intimen chronischen Erkrankung in seinem Arbeitsleben stark oder sehr stark eingeschränkt zu werden.

Das zeigt die Studie „Inklusion in Beruf und Alltag“ der Coloplast GmbH, für die 1.000 Deutsche befragt wurden.

Demnach befürchten die Befragten vor allem, in ihrer beruflichen Weiterentwicklung gebremst zu werden, dass die eigene Arbeitsleistung leiden könnte oder dass die weitere Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit problematisch werden würde.

Diverse Einschränkungen befürchtet

  • 49 Prozent fürchten, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu verlieren
  • 43 Prozent erwarten, dass die Beziehungen zu ihren Arbeitskollegen stark oder sehr stark leiden würden
  • 42 Prozent befürchten sogar, dass so eine dauerhafte Erkrankung sie stark oder sehr stark darin einschränken könnte, überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können

Junge Berufstätige fürchten Krankheitsfolgen am meisten

Am stärksten ausgeprägt sind diese Ängste laut Studie unter Menschen zwischen 18 und 29 Jahren: 71 Prozent von ihnen rechnen mit starken oder sehr starken Einschränkungen.

Direkt dahinter folgt mit 69 Prozent die Angst, die eigene Arbeitsleistung könnte unter einer chronischen Erkrankung leiden.

Jeder Vierte würde chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz geheim halten

Die meisten Befragten könnten sich nicht vorstellen, eine chronische Erkrankung mit ihrem gesamten Kollegenkreis zu teilen: Nur 15 Prozent der Deutschen würden im Falle einer intimen chronischen Krankheit diese mit allen Kollegen besprechen.

59 Prozent sprächen mit wenigen, ihnen besonders nahstehenden Kollegen über die Erkrankung. 26 Prozent würden die Krankheit am Arbeitsplatz komplett geheim halten.

Offen mit Erkrankungen umgehen

Michael Zwick, Geschäftsführer Coloplast Deutschland: „Es besteht keine Verpflichtung, eine chronische Erkrankung bei der Arbeit bekannt zu machen, die die Arbeitsleistung nicht dauerhaft mindert und andere Menschen oder den Betriebsablauf nicht gefährden. In einem vertrauens- und verständnisvollen Arbeitsumfeld kann der offene Umgang mit einer chronischen Erkrankung aber vieles einfacher machen und Problemen vorbeugen.“

Deswegen sei neben einer modernen medizinischen Versorgung der wichtigste Schritt zur erfolgreichen Inklusion, dass Arbeitgeber und nicht erkrankte Mitarbeiter ihre Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten abbauen.