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Welches Modell passt zu mir? Altersvorsorge für Freiberufler

FOTONACHWEIS
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Laut Handelsblatt machen sich immer mehr Deutsche selbständig. Entsprechend müssen immer mehr Menschen über eine Altersvorsorge als Freiberufler nachdenken. Welches Rentenprodukt jeweils am besten geeignet ist, findet nur heraus, wer sich einen Überblick über private, staatliche geförderte und spezielle Vorsorgelösungen verschafft.

Die Basis- oder Rürup-Rente

Bei diesem Vorsorgemodell erhält der Beitragszahler eine garantierte, lebenslange Rente ausgezahlt. Der Auszahlungsbeginn kann individuell festgelegt werden, solange das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter von 62 Jahren berücksichtigt wird. Die Beitragszahlungen werden staatlich gefördert. Bis zu bestimmten jährlichen Höchstgrenzen können die Beiträge zur Basis-Rente als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Für 2016 liegt die Höchstgrenze bei 82 % von maximal 22.766 Euro jährlich bei Ledigen beziehungsweise von maximal 45.532 Euro jährlich bei Ehepaaren und eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern. Da der Sonderausgaben-Abzug jährlich um zwei Prozentpunkte steigt, können ab dem Jahr 2025 100 % der gezahlten Beträge abgesetzt werden. Im Gegenzug unterliegen Einkünfte aus der Basis-Rente der Einkommenssteuer. Der Besteuerungsanteil beläuft sich im Jahr 2016 auf 72 % und steigt bis 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte. Ab dem Jahr 2021 steigt der Besteuerungsanteil jährlich nur noch um einen Prozentpunkt, so dass im Jahr 2040 die 100 % erreicht sind. Der steuerfreie Anteil der Rente wird im Jahr des Rentenbeginns in Euro für die gesamte Laufzeit der Rente festgeschrieben.

Attraktiv an der Basis-Rente ist, dass der Freiberufler den Beitrag seiner Einkommenssituation anpassen und auch Einmalzahlungen vornehmen kann. Darüber hinaus können eine Hinterbliebenenrente und eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung vertraglich mit eingeschlossen werden. Wer zusätzlich die Renditechancen am Kapitalmarkt nutzen möchte, findet in Modellen wie zum Beispiel IndexInvest (R + V Versicherungs AG) interessante Alternativen.

Die Riester-Rente

Auch die Riester-Rente wird steuerlich gefördert. In diesem Fall unterstützt der Staat den Anleger durch Zulagen. Darüber hinaus können die Beiträge ebenfalls als Sonderausgaben von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Allerdings können nur solche Freiberufler die Riester-Förderung in Anspruch nehmen, die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, zum Beispiel über die Künstlersozialkasse. Wer keine Pflichtbeiträge zahlt, kann eine indirekte Förderung erhalten, wenn der Ehe- bzw. eingetragene Lebenspartner zulageberechtigt ist und einen eigenen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Auch zur klassischen Riesterrente gibt es Alternativen für Sparer, die am Kapitalmarkt Chancen sehen.

Die gesetzliche Rente für Freiberufler

Viele Freiberufler haben vor der Selbständigkeit bereits in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Die bisher erzielten Rentenansprüche bleiben bestehen. Ab einer gewissen Höhe dieser Ansprüche lohnt es sich, weiterhin freiwillig den Beitragssatz der gesetzlichen Rentenkasse zu bezahlen. Bestimmte Berufe wie Pflegerinnen und Pfleger, Hebammen und alle, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, müssen ohnehin in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Allerdings deckt die gesetzliche Rente in der Regel nur die künftige Grundversorgung des Freiberuflers ab. Für eine tatsächliche Absicherung sind zusätzliche Maßnahmen nötig, ob eine private oder staatlich geförderte Rentenversicherung, Immobilienerwerb oder Sparverträge.

Berufsständische Versorgung

Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte und alle anderen, die in freien Kammerberufen tätig sind, zahlen automatisch in die Rentenkasse ihres berufsständischen Versorgungswerkes ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Arzt, Steuerberater oder eine Notarin selbstständig oder fest angestellt arbeiten. Es steht den Pflichtversicherten frei, zusätzlich in ein staatlich gefördertes oder privates Altersvorsorge-Modell einzuzahlen.