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Darlehen vom Arbeitgeber: Worauf es dabei ankommt

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Finanzielle Engpässe können jeden treffen, sei es durch Anzahlungen auf eine Immobilie, Unfälle, schwere Krankheiten in der Familie oder unerwartete, kostspielige Straßensanierungen, für die die Anwohner aufzukommen haben. In solchen Fällen können Unternehmen für ihre Angestellten einspringen. Dies bewahrt den Arbeitnehmer nicht nur vor lästigen und vielleicht fruchtlosen Prüfungen durch eine Bank oder gar vor unseriösen Wucherkrediten – es festigt auch das Band des Vertrauens zwischen ihm und seinem Arbeitgeber.

Solche sogenannten Arbeitgeberdarlehen bzw. Personalkredite sind freiwillige Angebote. Kein Unternehmen ist zu ihnen verpflichtet. Gerade weil die jeweiligen Vereinbarungen individuell getroffen werden können, sollten ein paar Grundsätze bei der Kreditvergabe berücksichtigt werden.

Höhe, Verzinsung und Rückzahlung sollten schriftlich geregelt werden

Es ist unbedingt ratsam, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen, der alle Punkte des Personalkredits regelt. Gerade die Rückzahlungsmodalitäten sollten festgelegt werden, auch für den Fall, dass ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheidet. Wo keine Höhe der Rückzahlungsraten und keine Zahlungstermine vereinbart sind, gelten die entsprechenden Passagen des Bürgerlichen Gesetzbuches, dessen § 307 generell zur Inhaltskontrolle solcher Verträge herangezogen werden sollte. Das bedeutet auch, dass der Arbeitgeber das Darlehen mit einer Frist von drei Monaten kündigen und danach die komplette Summe zurückfordern kann.

Eine sofortige Rückzahlung bei Ende des Arbeitsverhältnisses kann nur für den Fall vereinbart werden, dass der Mitarbeiter seine fristlose Kündigung selbst verschuldet. Ungültig sind Vertragsklauseln, die den Angestellten im Fall einer betriebsbedingten Kündigung zu einer sofortigen Rückzahlung oder höheren Zinssätzen als marktüblich verpflichten.

Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer beachten sollten

Unternehmen vergeben Darlehen zu besonders günstigen Konditionen. Falls überhaupt Zinsen erhoben werden, liegen diese in aller Regel unter dem marktüblichen Zins, den die Kreditinstitute verlangen. Zu beachten ist allerdings, dass der Zinsvorteil als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. Arbeitgeber wiederum müssen beachten, dass bei der Kreditvergabe der Gleichbehandlungsgrundsatz gilt. Sie können also nicht dem einen Mitarbeiter ein zinsloses Darlehen gewähren und von einem anderen den marktüblichen Zins verlangen. Und wenn ein Angestellter einen Personalkredit erhält, kann auch ein anderer einen solchen verlangen. Es sei denn, er ist bereits hoch verschuldet und eventuell bereits von Lohnpfändungen betroffen. In jedem Falle sind Betriebsräte mitbestimmungspflichtig, da Arbeitgeberdarlehen die betriebliche Lohngestaltung berühren.

Um im Falle juristischer Streitigkeiten nicht wegen „Unzumutbarkeit“ den Kürzeren zu ziehen, sollten Arbeitgeber darauf achten, angemessene Rückzahlungsmodalitäten zu formulieren.