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Direkte Kollegen haben den größten Einfluss auf Mitarbeiter-Motivation

FOTONACHWEIS
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Initiativen aus der Personalabteilung entfalten für die meisten Mitarbeiter kaum motivationssteigernde Wirkungen: Nicht Vorgesetzte, sondern direkte Kollegen sind vorrangig für das Engagement von Angestellten am Arbeitsplatz entscheidend.

Das geht aus der Oracle-Studie „Simply Talent“ hervor, für die mehr als 1.500 Angestellte aus fünf europäischen Ländern befragt wurden.

Demnach haben direkte Kollegen für gut 40 Prozent aller Angestellten den größten Einfluss auf ihr Engagement am Arbeitsplatz.

Nur etwa halb so viele Befragte lassen sich laut Studie vorrangig aus dem Chefbüro zu höherem Engagement motivieren. In Deutschland ist der Anteil sogar noch geringer: Nur 18 Prozent schreiben ihren Chefs einen besonders positiven Einfluss zu.

Personalverantwortliche spielen fast gar keine Rolle

HR-Verantwortliche spielen nahezu keine Rolle: Nur drei Prozent aller Befragten sehen ihre Motivation aus der Personalabteilung positiv beeinflusst. In Deutschland sind es immerhin fünf Prozent.

Joachim Skura, HCM Sales Development bei Oracle Deutschland: „Diese Zahlen kommen einem Weckruf für Personalverantwortliche gleich – ganz offensichtlich schaffen sie es nicht, die Kollegen im Unternehmen mit ihren Initiativen zu erreichen bzw. ihren Anteil an einer positiven Unternehmenskultur und damit am Unternehmenserfolg darzustellen.“

Nur jeder vierte Deutsche meistens motiviert am Arbeitsplatz

Laut der Untersuchung fühlen sich nur etwa ein Drittel aller Angestellten am Arbeitsplatz meistens motiviert, in Deutschland sogar nur jeder Vierte.

Dabei benennen die Befragten Freude und Motivation als einen nachhaltig positiven Effekt auf das Arbeitsergebnis: Wer für seine Arbeit brennt, leistet freiwillig mehr. Das zumindest beobachten 61 Prozent der befragten Deutschen an sich selbst.

Auch im europaweiten Durchschnitt engagieren sich 56 Prozent deutlich stärker an einem Arbeitsplatz, an dem sie sich wohl fühlen.

Auch Innovationen leben von einem positiven Umfeld: 41 Prozent der Befragten in Deutschland sind überzeugt davon, nur in einem motivierenden Umfeld wirklich kreative Ideen entwickeln zu können.

Kaum Anerkennung individueller Leistung

Die Befragten formulieren klar, was sie sich von Personalabteilung und anderen Bereichen im Unternehmen wünschen: Jeder Zweite erwartet eine stärkere Anerkennung der eigenen Leistung durch direkte Vorgesetzte.

In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 60 Prozent, dem höchsten Wert überhaupt im europäischen Vergleich – ein Anzeichen dafür, was Lob und Ermutigung hierzulande für Mitarbeiter bedeuten.

Jeder dritte Befragte insgesamt würde sich stärker engagieren, wenn sich das Unternehmen transparenter darstellen würde. Fast genauso viele schöpfen Motivation aus der Möglichkeit, an spannenden Projekten mitzuwirken.

Der eigene Beitrag am Unternehmenserfolg wird allerdings oftmals gar nicht gewürdigt. In gut einem Drittel (32 Prozent) der Fälle bleibt eine Anerkennung individueller Leistungen vollkommen aus. Auch in Deutschland würdigen gerade einmal 28 Prozent aller Firmen gute Leistungen ihrer Mitarbeiter in irgendeiner Form.