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Rauchpausen und Tresen säubern: Was gehört laut Gesetz zur Arbeitszeit?

FOTONACHWEIS
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Der Laden ist zu, die Geschäftszeit um – doch der Mitarbeiter bleibt, um aufzuräumen. Gehört das zur Arbeitszeit? Und wie ist es mit der Raucherpause? Ist es zulässig, sie von der Arbeitszeit abzuziehen? Kleine Unterbrechungen dieser Art können sich über den Tag summieren, ebenso regelmäßiges Nacharbeiten nach Ladenschluss. Das Arbeitsrecht regelt, wie in diesen besonderen Fällen verfahren wird.

Beispiel Raucherpause: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf eine bezahlte Raucherpause während der Arbeit. Gewisse Pausenzeiten stehen dem Arbeitnehmer gesetzlich zu, doch gibt es keinen Anspruch auf zusätzliche Unterbrechungen wie Raucherpausen. Die meisten Arbeitgeber tolerieren indessen, dass sich Raucher für eine Zigarette vor das Büro begeben, und zwar ohne Lohnabzug.

In Gastronomie und Einzelhandel muss häufig nach der Arbeit noch aufgeräumt werden. Gläser spülen, Stühle hochstellen, etc.: Fallen diese Arbeiten nach Dienstschluss an, muss der Arbeitgeber das eigentlich bezahlen. Auch wenn das in der Regel nicht der Fall ist: Rechtlich zulässig ist das nicht.

Anders verhält es sich mit dem Nacharbeiten. Wenn Kunden etwa noch bis zwanzig Uhr an der Kasse stehen, kann sich die Arbeitszeit bis 20.15 Uhr hinziehen. Dieses Nacharbeiten muss der Arbeitgeber im allgemeinen nicht bezahlen.

Voraussetzung ist jedoch, dass es eine entsprechende Regelung im Arbeitsvertrag gibt und die Nacharbeit in einem angemessenen Verhältnis zur Arbeitszeit steht.

Was das An- und Ausziehen von Arbeitskleidung betrifft, so hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf anlässlich der Klage eines Kfz-Mechanikers entschieden, dass das tägliche An- und Ausziehen der Arbeitsmontur auf den Lohn angerechnet werden muss.

Zehn Minuten hatte der Mann täglich für das An- und Ausziehen seiner Arbeitskleidung verwendet. Auch die Dusche nach Feierabend wollte der Handwerker angerechnet bekommen – das lehnte das Gericht jedoch mangels gesicherter Rechtsprechung ab.