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Portraits

Guido Frenzel und Andreas Schmitz: Spaß und Spiel als Unternehmensauftrag

FOTONACHWEIS
© Dockx

Eine Minigolfbahn, ein Kinderspielplatz und eine Lasertag-Arena hält die Indoor-Freizeithalle Dockx für ihre Kunden bereit. Draußen liegt der Tempelhofer Hafen, drinnen ist es eher schummerig. Etwas mysteriös-labyrinthisch ist die Anmutung. Das ist Absicht, denn die Kunden von Guido Frenzel und seinen Geschäftspartnern suchen eine besondere Atmosphäre.

Seit fast zwei Jahren gibt es das Dockx. In seinem früheren Beruf hatte Guido Frenzel, der das Unternehmen mit zwei weiteren Gesellschaftern gegründet hat, nichts mit Kinderbespaßung zu tun. Er stammt aus Hamburg, ist Geograf und Wirtschaftswissenschaftler und hatte in der E-Learning-Branche gearbeitet, zuletzt als Berater für IBM: Viele Reisen, wenig Nachtschlaf, immer wieder Termine.

Lange Suche nach dem geeigneten Standort

Irgendwann reichte es ihm. Ihm gefiel die Idee, sich selbstständig zu machen, einen ruhigeren Rhythmus zu finden. Ein Freund und Geschäftspartner hatte schon seit längerem Minigolf-Bahnen betrieben, etwas Neues in der Art schwebte den beiden vor. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten dauerte zwei Jahre. Als das zweistöckige Haus am Tempelhofer Hafen gefunden war, gab es jedoch eine Bedingung: Hier sollte auch ein Angebot für Kinder entstehen. Und so sieht man heute vom Eingangsbereich aus gleich den großen Spielplatz mit seinen Klettergerüsten und Bodenmatten.

Die Bürokratie verzögerte zunächst den Start um einen Monat. Ein Brandschutzgutachten dauerte seine Zeit. Sonst verlief die Sache wie geplant. Mehr als die Hälfte der Investitionskosten brachten die Gründer selber auf, den Rest bewältigten sie mit einem Kredit der Berliner Volksbank.

„Im ersten Jahr mussten wir sehr viel Einsatz bringen“, sagt Guido Frenzel. Jeden Tag waren er und sein Partner Andreas Schmitz präsent, auch an den Wochenenden – der Zeit, in der das Geschäft natürlich am besten läuft.

Freizeit-Angebote mit Fantasy-Faktor

Das Angebot soll auch Erwachsene ansprechen. So kann man auf dem Dach des Gebäudes Feiern durchführen und dazu Catering bestellen. Auch beim Minigolf sind Erwachsene gern gesehen. Die in Schwarzlicht getauchte Anlage mit bunter Fantasy-Bemalung und 3-D-Effekten ist für die verschiedensten Nutzer konzipiert. Firmen und Unternehmen kommen, aber auch private Gruppen und Schulklassen. 3-D-Künstler haben lange per Hand an den Effekten auf den Wänden und Skulpturen gearbeitet.

Guido Frenzel selbst sitzt meist in seinem kleinen Büro, während sein Partner mehr mit den Kunden und den Freizeitangeboten vor Ort befasst ist. Frenzel, der Wirtschaftsexperte, ist der Mann, der die Zahlen jongliert. Neben den Fleißarbeiten, sagt er, könne er sich mit dem beschäftigen, was ihn gerade umtreibt und interessiert. Mal ist es das Marketing, mal vielleicht die Website oder eine Baumaßnahme im Haus.

Um zwölf Uhr mittags geht der Betrieb los, abends geht es mit den erwachsenen Kunden weiter bis 22 Uhr, am Wochenende bis 24 Uhr. Was die Motivation stärkt: „Hier kommt sofort Feedback. Die Kinder stürmen herein und haben glänzende Augen, und sie geben ihrer Begeisterung sofort Ausdruck. Das ist schön zu sehen.“

Bei Regen blüht der Umsatz

Anders als im ersten Jahr des Betriebs müssen beide Unternehmer nicht jeden Tag gleichzeitig präsent sein, es gibt Freiräume, die sie nutzen können. Jetzt im Herbst geht die Saison richtig los, im Sommer ist es naturgemäß ruhiger. Es sei denn, es regnet: Dann wächst der Umsatz auf das Drei- bis Vierfache. Neben den Kunden aus dem regionalen Umfeld gibt es viele von außerhalb, die Menschen kommen aus Brandenburg oder als Touristen von noch weiter her, auch Schulklassen aus anderen Regionen sind regelmäßig zu Gast.

Um die 25 Angestellte hat der Betrieb unterdessen. Nach 20 Monaten kann Guido Frenzel resümieren, dass es wie gewünscht läuft: „Kurioserweise sind die Zahlen genau so, wie wir es erwartet und anvisiert haben. Das ist ja durchaus nicht immer so.“

Für die Zukunft sei es wichtig, immer neue Ideen zu entwickeln. „Im Freizeitbereich müssen Sie immer für Abwechslung sorgen, das gehört dazu“, so Frenzel. Demnächst kommen eine Hüpfburg und ein Trampolin zur Ausstattung hinzu.

Und langfristig werden die Unternehmer sicher auch an neue Freizeitangebote an anderen Standorten nachdenken. „Aufbauphasen machen ja auch Spaß“, sagt Guido Frenzel.