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Strategie

Gesundheit im Betrieb: Der Betriebsarzt als Berater für Unternehmen und Belegschaft

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Betriebs- und Werksärzte beraten die Beschäftigten in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes – egal, ob am Fließband oder im Büro. Ziel ist es, arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern.

Darüber informiert TÜV Rheinland. Demnach können Betriebsärzte im Unternehmen fest angestellt oder als externer Arzt tätig werden. Es hängt vom Unternehmen, seiner Größe und der Branche ab, wie konkret die Arbeit der Ärzte, Sprechstunden oder Beratungsleistungen organisiert sind.

Die Aufgaben von Betriebsärzten unterscheiden sich von der hausärztlichen Leistung. Dr. Wiete Schramm, Fachgebietsleiterin für Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland: „Der Hausarzt sieht den Patienten und seine Krankheiten. Der Betriebsarzt kennt zusätzlich die Arbeitsbedingungen und kann gezielt darauf eingehen.“

Wer seinen Betriebsarzt nicht kennt, aber eine Beratung wünscht, sollte sich laut TÜV Rheinland beim Vorgesetzten oder Arbeitgeber direkt erkundigen.

Schweigepflicht gilt auch für den Betriebsarzt

Wenn ein Arbeitnehmer zum Betriebsarzt geht, gilt für diesen die gleiche Verschwiegenheitspflicht wie für andere Mediziner. „Die Angst, dass der Arbeitgeber durch den Betriebsarzt von möglichen Krankheiten erfährt, ist völlig unbegründet“, so Schramm.

Bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge erhalte der Arbeitgeber eine Bescheinigung, wann und aus welchem Anlass die Vorsorge durchgeführt wurde, sowie den Termin der nächsten Vorsorge.

Bei einer Eignungsuntersuchung werde ärztlich bescheinigt, ob gesundheitliche Bedenken für eine spezielle Tätigkeit bestehen. Eine Diagnose werde nicht mitgeteilt, so Schramm.

Aufgaben des Betriebsarztes

Eine beratende Rolle haben die Ärzte für die Beschäftigten ebenso wie für Unternehmer. Unternehmer seien aber im Einzelfall nicht zwingend daran gebunden, Empfehlungen der Ärzte umzusetzen.

TÜV Rheinland weist außerdem darauf hin, dass deutsche Unternehmer gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und auf deren Grundlage eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu veranlassen beziehungsweise anzubieten.

Abhängig von der speziellen Belastung bei der Arbeit gehören zu den arbeitsmedizinischen Untersuchungen beispielsweise regelmäßige Hör- und Sehtests oder die Untersuchung der Haut.

Darüber hinaus beraten Betriebsärzte beispielsweise zur Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln, zu Arbeitsrhythmus, Arbeitszeit und Pausenregelung, zur Gestaltung der Arbeitsplätze und des Arbeitsablaufs.

Suchtberatung oder Aspekte der Arbeitspsychologie gehören ebenfalls zu den Tätigkeiten eines Betriebsarztes. Auch bei der Wiedereingliederung für Langzeitkranke oder Behinderte in den Arbeitsprozess ist der Betriebsarzt gefragt.