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Nach der Kündigung freistellen: Das geht nur im Ausnahmefall

FOTONACHWEIS

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In amerikanischen Filmen ist das häufig ein dramatischer Höhepunkt: Ein Angestellter erhält seine Kündigung, und eine Viertelstunde später sieht man ihn mit einem Pappkarton voller persönlicher Dinge die Firma verlassen.

In Deutschland liegen die Dinge aus Unternehmersicht nicht so einfach. Arbeitgeber, die einen Mitarbeiter kündigen, haben grundsätzlich die Pflicht, den Mitarbeiter bei Zahlung des Gehalts bis zum Ende der Kündigungsfrist weiterzubeschäftigen.

In engen Grenzen ist eine Freisetzung allerdings prinzipiell möglich. Und zwar dann, wenn die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers das Beschäftigungsinteresse des Arbeitnehmers übertreffen.

Denkbar wäre dies in folgendem Fall: Ein Arbeitgeber erfährt, dass einer seiner Mitarbeiter zur Konkurrenz zu wechseln plant. Und zwar vor der Markteinführung eines neuen Produkts des Arbeitgebers. Um das Betriebsgeheimnis zu wahren, wäre es hier zulässig, den Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung freizustellen.

Denn kein Arbeitnehmer muss einen abwandernden Mitarbeiter dulden, der seinem Ex-Arbeitgeber durch den Verrat von Betriebsgeheimnissen Schaden zufügen kann.

Hier wiegt also Anspruch des Arbeitgebers auf Geheimhaltung schwerer als das Recht des Arbeitnehmers, bis zum Ende der Kündigungsfrist weiterbeschäftigt zu werden.