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Streiten will gelernt sein – Mediatoren helfen, wenn es nicht weitergeht

FOTONACHWEIS

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Herrscht in einem Unternehmen Streit, so wirkt sich das nicht nur auf die Atmosphäre aus. Auch Motivation und Leistungsbereitschaft sinken. Aus dem Privatleben weiß jeder, dass ungelöste Konflikte Energien rauben. Ebenso verhält es sich in Unternehmen.

Nicht immer reicht es, wenn sich der Chef zwei Streithähne „vornimmt“, um Frieden zu stiften. In vielen Fällen müssen unbeteiligte Dritte konsultiert werden, damit wieder Frieden einkehrt.

Professionelle Mediatoren kommen zum Einsatz, wenn alle Einigungsversuche der Beteiligten erfolglos bleiben. Die Fachleute sind meist studierte Psychologen oder Juristen, die eine Zusatzausbildung absolviert haben.

Freiwilligkeit ist Voraussetzung

Große Unternehmen beschäftigen häufig eigene Mediatoren, was jedoch nicht immer von Vorteil ist: Unter Umständen fürchten die Konfliktbeteiligten, dass der betriebseigene Schlichter nicht ganz neutral ist.

Externe Fachleute , die jeder Parteinahme unverdächtig sind, müssen zunächst Klarheit schaffen, bevor es daran geht, Lösungen zu finden. Was steckt wirklich hinter einem Konflikt, wie könnte eine Lösung aussehen, zu welchen Kompromissen ist jeder bereit?

Ohne die Mitarbeit der beteiligten Konfliktparteien geht es dabei nicht. Daher ist es nicht sinnvoll, wenn die Unternehmensleitung den Gang zum Mediator verordnet. Freiwilligkeit ist hier oberstes Prinzip.

Die Schuldfrage ist nachrangig

In der Regel können Probleme mit Hilfe des Mediators lösungsorientiert bearbeitet werden. Fachleute schätzen, dass in 70 bis 90 Prozent der Fällen die gewünschte Schlichtung möglich ist. Worin sie bestehen könnte, stellt sich in jedem Fall anders dar.

Manchmal geht es nur darum, die Arbeitsatmosphäre und die Kommunikation zu verbessern, es kann aber auch sein, dass Kompetenzen und Zuständigkeiten neu vergeben werden müssen.

Um die Klärung von „Schuld“ soll es gerade nicht gehen; der Mediator agiert pragmatisch und blickt nach vorne: Unter welchen Bedingungen ist eine Zusammenarbeit wieder möglich?

Ist das definierte Ergebnis erreicht, wird meiste eine schriftliche Vereinbarung getroffen, die eine Lösung enthält und unterschrieben werden muss. Sie besiegelt einen Neustart, der das Unternehmen im Ganzen entlastet.