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Geordneter Rückzug: Nachfolgefrage in Familienunternehmen häufig ungelöst

FOTONACHWEIS

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Nie war es so schwer, ein Familienunternehmen in die Zukunft zu führen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) weist darauf hin, dass die Zahl mittelständischer Firmen mit Bedarf nach einer Nachfolgeregelung weitaus höher ist als die Anzahl geeigneter neuer Chefs oder Käufer.

Das Institut schätzt, dass in den kommenden vier Jahren rund 135.000 Familienunternehmen mit insgesamt zwei Millionen Beschäftigten eine Nachfolge finden müssen.

Die größten Probleme bestehen dabei in der Industrie. Hier kommt auf fünf Alteigentümer ein potenzieller neuer Führungskandidat.

Häufig besteht hoher Investitionsbedarf

Dazu trägt besonders der hohe Kapital- und Investitionsbedarf in der Industrie bei. Tritt der alte Chef ab, sind anstehende Modernisierungen meist teuer.

Für Handel, Gastronomie und Verkehrsgewerbe ist es ebenfalls schwierig: Hier kommt ein neuer Chef auf zwei Alteigentümer.

Angesichts dieser Zahlen ist es wichtig, dass sich Unternehmer rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie die Firma in die Zukunft geführt werden kann – und von wem.

Rechtzeitig planen und Rat suchen

Die Experten des DIHK empfehlen daher, dass Unternehmer mindestens drei Jahre vor ihrem Ausstieg mit der Nachfolgersuche beginnen sollten. Um den Übergang vorausschauend zu organisieren, können Firmeninhaber auch Rat bei den Kammern suchen.

Loslassen zu können ist eine Tugend, wenn es gilt, ein tradiertes Unternehmen zu bewahren. Wer zu lange zögert, bringt unter Umständen die Existenz zahlreicher Mitarbeiter in Gefahr.