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Lebensmittelwirtschaft: Informationsflut überfordert Verbraucher

FOTONACHWEIS

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38 Prozent der Verbraucher fällt spontan nichts zu dem Begriff Transparenz bei Lebensmitteln ein. Dagegen fordert nur knapp jeder vierte Verbraucher mehr Transparenz.

Dies ergibt die Studie „Verbraucherverständnis von Transparenz“ im Auftrag des Vereins „Die Lebensmittelwirtschaft“. Demnach nutzt die Mehrheit der Verbraucher die existierenden Informationen nicht oder kaum.

„Die Diskussion um „Mehr Transparenz bei Lebensmitteln“ geht am Verbraucher vorbei“, sagt Stephan Becker-Sonnenschein, Geschäftsführer des Vereins.

Die Akteure müssen sich Becker-Sonnenschein zufolge die Frage stellen, ob ein Mehr an Detailinformationen zu mehr Transparenz oder zu mehr Verunsicherung beiträgt.

Das Transparenz-Paradoxon: Gefühlte und genutzte Transparenz

Die Studie zeigt einen Widerspruch zwischen Präferenzen und tatsächlichem Verhalten der Verbraucher. Laut Studie fordern mehr als drei Viertel der Verbraucher keine zusätzlichen oder umfangreicheren Informationen aktiv ein, da sie sich entweder ausreichend informiert fühlen (53 Prozent) oder bereits Überlastung empfinden und kein Interesse haben (24 Prozent).

Prof. Achim Spiller von der Georg-August-Universität in Göttingen: „Die Mehrheit der Verbraucher möchte gerne Informationen über Herkunft, Inhalte, Zusatzstoffe und ähnliche Aspekte von Lebensmitteln erhalten können. Gleichwohl werden die bereits vorhandenen Informationen von der Mehrheit der Verbraucher nicht genutzt oder als entscheidungsrelevant für den Einkauf wahrgenommen.“

Informationsflut erhöht Transparenz nicht

Die Studie zeigt zudem, dass Verbraucher in Deutschland Transparenz unterschiedlich definieren und ihre Informationsbedürfnisse stark voneinander abweichen.

Generell gelte: Verbraucher wollen nicht mehr Informationen, sondern ein besseres Verständnis komplexer Prozesse und Vorgänge, das zu einem tatsächlichen Wissenszuwachs führt. Eine Flut an Details verwirre und führe nicht zu mehr Verständnis.

Bei knapp der Hälfte der Deutschen richtet sich der Transparenzwunsch vor allem auf Produkte tierischer Herkunft wie Fleisch, Eier, Fisch und Milch(-produkte). Zudem ist laut Studie nur ein Fünftel der Verbraucher bereit, für ein Mehr an Information einen höheren Preis zu bezahlen.