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Forschungsförderung: Mittelstand sieht sich im Nachteil und fordert Umverteilung

FOTONACHWEIS

© Gina Sanders - Fotolia.com

Die mittelständischen Unternehmen fürchten eine anhaltende Benachteiligung bei der Vergabe von staatlichen Fördergeldern für die Forschung.

So kann das auf kleine und mittlere Firmen ausgerichtete Industrie-Forschungsnetzwerk AiF wegen fehlender Mittel eine Reihe innovativer Projekte nicht umsetzen, wie dessen Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert kürzlich kritisierte.

Verteilungsschlüssel in der Kritik

Zwar hat die schwarz-rote Koalition angekündigt, bis Ende 2017 drei Milliarden Euro mehr für Forschung und Innovation bereitzustellen.

Doch lediglich die Hälfte aller Fördermittel in der Industrieforschung entfallen auf Mittelstandsfirmen, welche allerdings 99 Prozent aller deutschen Unternehmen ausmachen. Die andere Hälfte entfällt auf die Großindustrie, die das restliche eine Prozent bildet.

Diese Aufteilung sei nicht mehr gerecht, kritisierte Karmann-Proppert. So haben die kleineren und mittleren Unternehmen ihr Forschungspersonal zwischen 2005 und 2010 um etwa ein Drittel aufgestockt, die größeren Betriebe dagegen nur um zwanzig Prozent.

Den Zugang zu neuen Technologien erleichtern

Seit 60 Jahren führt die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) Mittelstandsfirmen und Forschung zusammen. Kleine und mittlere Unternehmen, die keine eigenen Kapazitäten für Forschung und Entwicklung haben, erhalten so leichter Zugang zu neuen Technologien.

Die beiden Säulen der AiF sind die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM).

In der Zeit ihres Bestehens hat die AiF mehr als 9,5 Milliarden Euro Fördermittel in neue Entwicklungen gelenkt. Rund 490 Millionen Euro für etwa 11.000 Forschungsprojekte waren dies im vergangenen Jahr.

Die Zahl der Anträge steigt

Laut Präsidentin Karmann-Proppert gingen weit mehr Anträge ein, als man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen könne.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Anträge in der Industriellen Gemeinschaftsforschung um 15 Prozent gegenüber 2012 gestiegen. Das ist der größte Zuwachs in der AiF-Geschichte.

Doch von den 843 IGF-Anträgen in 2013 Jahr hätten 86 Projekte aufgrund fehlenden Geldes nicht realisiert werden können.