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Wenn Eltern ins Pflegeheim müssen: Welche Kosten kommen auf die Kinder zu?

FOTONACHWEIS

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Beispiel Pflegestufe III: Bis zu 4.000 Euro kann die medizinische Heimpflege eines Patienten kosten. Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil, bei Pflegestufe III können das bis zu 1.550 Euro im Monat sein. Dieser Betrag geht aber nur in pflegerische und medizinische Kosten.

Für Verpflegung und Unterbringung muss der Patient selbst bezahlen, wobei der Betrag von der Rente abgezogen wird. Wenn diese nicht ausreicht, gehen die Ersparnisse des Patienten und seines Ehepartners mit in die Rechnung ein. Auch Wohneigentum wird hier berücksichtigt.

Kinder müssen Einkommen und Vermögen offenlegen

Bleibt immer noch ein Teil der Rechnung offen, tritt das Sozialamt an die Kinder heran. Sie sind zunächst verpflichtet, Einkommen und Vermögen offenzulegen. Wer netto weniger als 1.600 Euro verdient, muss keinen Beitrag leisten. Auch der Ehepartner des Kindes ist in der Pflicht, hier jedoch beträgt der sogenannte Mindestselbstbehalt 1.280 Euro.

Selbst genutztes Wohneigentum der Kinder muss weder veräußert noch belastet werden. Es zählt zum sogenannten Schonvermögen, das auch für die Pflege der Eltern nicht angetastet werden darf. Dazu gehören auch Ersparnisse, die nachweislich der Altersvorsorge dienen, etwa Lebensversicherungen oder Wertpapiere.

Eine Rechtsberatung ist immer zu empfehlen

Die genaue Höhe dieses Schonvermögens richtet sich nach dem individuellen Jahreseinkommen und ist je nach Bundesland verschieden. In der Regel variiert der Betrag zwischen 20.000 und 80.000 Euro.

Wer eine Forderung vom Sozialamt erhält, sollte unbedingt eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Es kommt häufig vor, dass zunächst ungerechtfertigt hohe Beträge in Rechnung gestellt werden. Eine Reduzierung des Elternunterhalts ist mit Hilfe einer professionellen Beratung oft möglich.

Wer dennoch zahlen muss, kann den Elternunterhalt möglicherweise als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommenssteuer geltend machen.

Übrigens: Laut einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs müssen Kinder auch dann zum Elternunterhalt beitragen, wenn die Eltern mit der Volljährigkeit der Kinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen haben.

Wie können Sie zusätzlich vorsorgen?

Zum Beispiel mit den R+V-Pflegetagegeldern:

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