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Studie: Mittelständler unterschätzen das Thema Unternehmensnachfolge

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Deutsche Mittelständler unterschätzen die Komplexität bei Unternehmensnachfolgen: Die Unternehmen beginnen zu kurzfristig mit der Planung der Unternehmensnachfolge, unterschätzen den Aufwand und beurteilen den Verkaufspreis oftmals falsch.

Das geht aus einer Studie des Oldenburger Unternehmensvermittlers axanta AG und des Wachstumsmagazins Markt und Mittelstand hervor, für die mehr als 2.500 mittelständische Unternehmer in Deutschland ohne familieninterne Nachfolgemöglichkeit befragt wurden.

Demnach wird der Planungshorizont für den Beginn des Verkaufsprozesses oftmals zu kurz gefasst: 61 Prozent der Befragten wollen innerhalb von zwölf Monaten mit dem Verkauf beginnen – und damit ohne langfristige Vorbereitung. Nur sechs Prozent machen sich bereits heute über die Nachfolgesuche in fünf Jahren Gedanken.

Kaum Zeit für Verkaufsprozess eingeplant

Mehr als ein Drittel der Unternehmen planen für den eigentlichen Verkaufsprozess nur drei bis sechs Monate ein. 83 Prozent der Unternehmer gehen von einem Verkauf innerhalb von einem Jahr aus.

Udo Goetz, Vorstand der axanta AG: „Viele unterschätzen den zeitlichen Aufwand zur Zusammenstellung aussagekräftiger Zahlen, die Dauer der Vertragsverhandlungen und gehen von unrealistisch schnellen Prüfungszeiten, Genehmigungsabläufen und Finanzierungszusagen für die Käufer aus.“

Zu den ersten Maßnahmen im Verkaufsprozess zählten fast neun von zehn Unternehmern die Zusammenstellung von Bilanzen, betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Auswertungen.

Ein Drittel will laut Studie einen Business-Plan für die nächsten drei bis fünf Jahre erstellen. Etwa ein Viertel will für den Verkauf Altlasten bereinigen.

Verkaufspreis aus dem Bauch heraus

Tobias Anslinger, Projektleiter der Studie und Redakteur von Markt und Mittelstand: „Obwohl bekannt ist, dass viele Unternehmensverkäufe oftmals an unterschiedlichen Preisvorstellungen der Vertragspartner scheitern, wollen bei unserer Umfrage nur rund 23,6 Prozent der Unternehmer den Verkaufspreis aufgrund eines fundierten Wertgutachtens und immerhin noch 24,5 Prozent aufgrund eines Vorschlages ihres Steuerberaters ermitteln lassen.“

Anslinger zufolge will die Mehrheit den Verkaufspreis aufgrund von Marktvergleichen und dem persönlichen Finanzbedarf festlegen. Wichtiger als der erzielbare Verkaufspreis sei den Unternehmern das Weiterbestehen der Firma mit qualitativer Kundenbetreuung und der Übernahme aller Mitarbeiter.

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