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EU plant einheitliche Mehrwertsteuererklärung für Unternehmen

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Das Europäische Parlament hat dem Kommissionsvorschlag für eine Standard-Mehrwertsteuererklärung mit großer Mehrheit zugestimmt. Das berichtet die EU-Kommission.

Demnach können Unternehmen in der EU dadurch jährlich bis zu 15 Milliarden Euro Verwaltungskosten einsparen. Die neue Standard-Mehrwertsteuererklärung soll die nationalen Mehrwertsteuererklärungen ersetzen.

Unternehmen müssen weniger Felder ausfüllen

Durch die Standard-Mehrwertsteuererklärung werden die Informationen vereinfacht, die die Unternehmen den Steuerbehörden mitteilen müssen. Künftig sollen in der Mehrwertsteuererklärung nur noch fünf Felder obligatorisch sein.

Die Mitgliedstaaten erhalten jedoch die Möglichkeit, in bis zu 26 zusätzlichen Feldern weitere Standardangaben zu verlangen. Derzeit schreiben einige Mitgliedstaaten das Ausfüllen von bis zu 100 Feldern vor.

Die Unternehmen werden die Standard-Mehrwertsteuererklärung monatlich einreichen, so die EU-Kommission. Für Kleinstunternehmen sei ein vierteljährlicher Abstand vorgesehen.

Die Verpflichtung zur Abgabe einer zusammenfassenden jährlichen Erklärung würde künftig wegfallen. Sie ist in einigen Mitgliedstaaten noch vorgeschrieben.

Mit dem Vorschlag werde auch der elektronische Datenverkehr unterstützt, da die Standard-Mehrwertsteuererklärung künftig EU-weit elektronisch eingereicht werden kann.

Aktuelle Mehrwertsteuerverfahren sind komplex und schwerfällig

Hintergrund: Jedes Jahr reichen die Steuerpflichtigen in der EU bei ihren Finanzämtern 150 Millionen Mehrwertsteuererklärungen ein. Derzeit bestehen zwischen den EU-Mitgliedstaaten noch Unterschiede bei den verlangten Angaben, dem Format der nationalen Formulare und den Abgabefristen.

Dadurch wird die Mehrwertsteuererklärung bei grenzübergreifender Wirtschaftstätigkeit laut EU-Kommission zu einem komplexen, teuren und schwerfälligen Unterfangen. Auch das Einhalten der Vorschriften sei aufgrund des komplizierten Verfahrens erschwert.

„Die Standard-Mehrwertsteuererklärung macht das Leben einfacher und leichter für Unternehmen“, so Algirdas Šemeta, EU-Kommissar für Steuern: „Ich bin sehr erfreut, wenn auch nicht überrascht, dass das Parlament diesen wachstums- und unternehmerfreundlichen Vorschlag derart unterstützt.“