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Teamarbeit: Nicht immer ist man gemeinsam stärker

FOTONACHWEIS

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Teamarbeit wird in den meisten Unternehmen hochgeschätzt und gefördert. Schon in der Schule werden Kinder dazu angehalten, in Gruppen zu arbeiten, und auch an den Hochschulen ist gemeinsames Arbeiten gang und gäbe.

Glaubt man jedoch den Erkenntnissen von Psychologen, so leidet die Motivation des Einzelnen unter der Arbeit im Team. Weil der individuelle Anteil an einer Gemeinschaftsarbeit schwer messbar ist, sinkt das Interesse daran, sich mit ganzer Kraft einzubringen.

Wer alleine kämpft, bemüht sich stärker

Psychologen belegen das mit einem klassischen, mehr als hundert Jahre alten Experiment, bei dem man eine Gruppe von Männern jeweils an zwei Enden eines Seils ziehen ließ. Jeder zog dabei 65 Kilogramm. Zogen die Männer alleine an einem Seil, so bewegten sie indessen 85 Kilogramm. Motivation und individuelles Bemühen waren offenbar größer, sobald man sich alleine behaupten musste.

Ähnliche Experimente in der Gegenwart belegen, dass Teamarbeit die Leistung des Einzelnen schwächt. Wissenschaftler haben dafür den Begriff des „sozialen Faulenzens“ geprägt.

Teamarbeit nicht immer sinnvoll

Weil die Menschen wissen, dass die eigene Leistung bei einer Gemeinschaftsanstrengung nicht klar bewertet werden kann, verlassen sie sich auf den Einsatz der anderen. Dass man die Anerkennung für eine gelöste Aufgabe mit anderen teilen muss, schwächt zusätzlich die Motivation.

Wer Arbeitnehmer anleitet, sollte sich also genau überlegen, in welchen Situationen Teamarbeit sinnvoll und effizient ist. Im schlimmsten Fall kann dann das so häufig propagierte kollektive Bemühen Schaden anrichten.