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Portraits

Training für den großen Auftritt: Claudia Berghaus hilft als Coach, zu überzeugen

FOTONACHWEIS

Foto 1:  © Tabea Marten, fotografa.de

Abbildung 2: © Claudia Berghaus

Menschen reden mit ihrer Stimme, aber sie sprechen zugleich mit ihrem ganzen Körper. Das ist, kurz gesagt, die Geschäftsgrundlage der Unternehmerin Claudia Berghaus. Die Medien- und Kommunikationstrainerin verhilft ihren Kunden zu einem souveränen Auftritt: Wenn es zum Beispiel um das Reden vor Publikum geht, um Bewerbungssituationen oder um das Verhalten in Konfliktsituationen. Nicht nur Worte verraten, wie ein Mensch gestimmt ist, auch die Körperhaltung sendet unaufhörlich Signale. Aus diesem Grund hat Claudia Berghaus bei ihren Seminaren oder beim Einzelcoaching immer ihre Kamera dabei. Sie hält fest, wie sich ihre Klienten präsentieren, wie sie mit Gestik und Haltung ihren „Auftritt“ unterstreichen – oder sich unwillkürlich selbst sabotieren. Die Aufzeichnung setzt den objektiven Blick der Kamera gegen das gefühlte Selbstbild, und das Ergebnis ist für manchen der Porträtierten verblüffend. Wie man überzeugend Präsenz aufbaut, das können ihre Kunden dann von Claudia Berghaus lernen.

Auch als Dokumentarfilmerin kameraerfahren

Sie lese gerne in anderen Menschen, sagt Claudia Berghaus. Ihre beruflichen Interessen haben das schon immer reflektiert. Nach dem Studium in Marburg, sie schloss in Germanistik und Medienwissenschaften ab, arbeitete sie eine Zeit lang als Regieassistentin bei einem besonderen Filmprojekt. Die Langzeitdokumentation „Berlin – Ecke Bundesplatz“, die 1986 begonnen und 2012 beendet wurde, blickt auf das Leben ganz normaler Menschen in einer ganz normalen Berliner Wohngegend. Claudia Berghaus, die ihre Magisterarbeit über „Berlin – Ecke Bundesplatz“ geschrieben hatte, war mit Begeisterung dabei.

Später drehte sie mit ihrem Mann selbst Dokumentarfilme, was allerdings weniger dem Lebensunterhalt diente, sondern der Leidenschaft für das Thema Film geschuldet war. Zum Broterwerb arbeitete Claudia Berghaus einige Jahre lang als feste freie Redakteurin beim ZDF-Morgenmagazin. Die Nachtschicht von 0 bis 10 Uhr in der Schlussredaktion vertrug sich nur bedingt mit dem Familienalltag. Da kam es wie gerufen, dass man ihr die Leitung eines Rhetorik-Seminars antrug. Schon während ihres Studiums hatte sie sich in Rhetorik und Sprecherziehung ausbilden lassen, damals leitete sie auch schon selbst Kurse. Nun aber ergab sich eine Lehrtätigkeit aus der anderen, und vor vier Jahren gründete Claudia Berghaus schließlich ihr Unternehmen „Deine Rhetorik“.

Man muss mit Herzblut bei der Sache sein

Neben ihren Seminaren für Unternehmen, für Bildungsinstitutionen wie die Tagesspiegel-Akademie und das LISUM erteilt Claudia Berghaus auch Einzelcoaching. „Manche Leute kommen nur einmal im Monat, andere öfter. In jedem Fall macht es großen Spaß, über längere Zeiträume mit den Menschen zu arbeiten und ihre Entwicklung zu begleiten“, sagt Claudia Berghaus. Die Konkurrenz ist indessen groß in ihrer Branche, es gibt viele Kommunikationstrainer, ihr Kalender, sagt sie, könnte noch dichter mit Terminen gefüllt sein. Doch es ist erfreulich, dass die meisten Menschen auf persönliche Empfehlung kommen – es ist ein Zeichen, dass sie ihren Job mit Erfolg und Überzeugung erledigt. „Man muss mit Herzblut dabei sein“, sagt Claudia Berghaus, und das sollte ihrer Meinung nach die Hauptmotivation für jeden Unternehmensgründer sein. „Es ist wichtig, an sich und sein Thema zu glauben.“

Wochenendarbeit kommt immer wieder vor

Ihr eigener Chef zu sein und die Zeit selbst einteilen zu können sei ein großer Vorteil ihrer selbstständigen Tätigkeit. Zwar gibt es immer wieder Seminare, die am Wochenende stattfinden, aber dafür auch Zeiten, in denen eine Woche lang wenige Termine anstehen. Das Alltags- und Familienleben lässt sich so gut organisieren.

Wer mit Menschen arbeitet, ist in gewisser Weise immer im Dienst. Wenn Claudia Berghaus am Abend einmal eine Talkshow im Fernsehen sieht, dann sieht und hört sie genauer hin als viele andere Zuschauer: Sie hört vielleicht eine Stimme, die nicht sitzt, einen monotonen Vortrag, eine Rhetorik ohne Glanz oder sie sieht eine defensive Körperhaltung. Gerne, sagt sie, würde sie einmal den einen oder anderen Bundestagsabgeordneten coachen.

Es gibt noch Ziele für die Zukunft

Tatsächlich ist das ein berufliches Ziel für die nähere Zukunft: Die Arbeit für Institutionen, für Menschen, die bereits ein beträchtliches berufliches Standing haben, deren kommunikative Fähigkeiten aber gewissermaßen noch hinterherhinken. Mangelnde Überzeugungskraft gibt es zweifellos auf allen gesellschaftlichen Niveaus.

Die Arbeit mit Menschen und mit der Kamera wird Claudia Berghaus in jedem Fall weiter begleiten, in der einen oder anderen Form. Demnächst will sie mit Kameramann und Ehemann Günter Berghaus wieder einen Dokumentarfilm drehen.