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Fataler Mausklick: Beleidigung des Chefs per Facebook ist Kündigungsgrund

FOTONACHWEIS

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Private Facebook-Profile sind nicht der richtige Ort, um Ärger über den Arbeitgeber abzulassen. Vielen Menschen sind die Konsequenzen des schnellen Klicks im Internet nicht bewusst. Denn das Internet ist etwas grundsätzlich anderes als eine Biertischrunde im privaten Freundeskreis. Mit den Funktionen „Teilen“ und „Gefällt mir“ kann eine Nachricht auf Facebook in Sekundenschnelle Hunderte andere Nutzer erreichen.

Nach Beleidigungen per Facebook müssen Arbeitnehmer daher mit einer Kündigung rechnen. Darauf wiesen Fachanwälte bei einer Veranstaltung des Essener Unternehmerverbands hin. Viele Arbeitnehmer, die ihre Chefs in der Vergangenheit auf Facebook beschimpft haben, erhielten dafür bereits die Kündigung.

Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gilt zwar grundsätzlich auch für Äußerungen in sozialen Netzwerken. Allerdings haben Arbeitnehmer eine vertraglich vereinbarte Loyalitätspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Demzufolge müssen die berechtigten Interessen des Unternehmens gewahrt und unwahre Äußerungen oder ehrverletzende Tatsachenäußerungen unterlassen werden.

Im nächsten Jahr geht ein Fall vor das Bundesarbeitsgericht. In einem Interview hatte ein Arbeitnehmer über seine Firma behauptet, dass dort „keine Fachkräfte“ arbeiteten. Er hatte das Video bei Youtube und Facebook hochgeladen und seinen Bekannten geschickt. Darauf erhielt er eine Kündigung wegen geschäftsschädigender Äußerungen.